Sanierungspflicht: Hälfte der Bestandsgebäude zu sanieren

Sanierungspflicht Hälfte der Bestandsgebäude zu sanieren
Foto: Roland Riethmüller

Laut einer aktuellen Untersuchung der zum Verkauf stehenden Einfamilienhäuser in Deutschland gelten für 44 Prozent ab dem Jahr 2030 strenge Anforderungen hinsichtlich der Energieeffizienz. Denn die Mehrheit der untersuchten Häuser hat eine schlechte Energiebilanz mit F, G und H. Die Sanierungspflicht besteht für diese Gebäude, damit sie die Anforderungen der Klasse E erfüllen. Schließlich liegt bei diesen Häusern der Verbrauch bei über 130 kWh pro Quadratmeter.

Eine aktuelle Untersuchung der Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken (bgib) hat ergeben, dass 44 Prozent der zum Verkauf angebotenen Häuser die schlechtesten drei Energieeffizienzklassen F, G und H haben. Aufgrund der Sanierungspflicht müssen diese bis zum Jahr 2030 insofern saniert werden, sodass sie mindestens die Anforderungen für die Klasse E erfüllen. Bei dieser Untersuchung wurden 8015 Immobilienangebote auf der Plattform immonet im Hinblick auf die Energieeffizienz untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass ein großer Teil der Angebote nicht den EU-Richtlinien genügt. Bei 4416 Angeboten wurden die Energieeffizienzklassen angegeben. Davon haben rund 60 Prozent die geringste Energieeffizienzklasse, ab Klasse E. Lediglich 17 Prozent der Angebote liegen in der Klasse A+ bis B.

Bei der Bausubstanz gibt es regionale Unterschiede

Beim energetischen Zustand gibt es starke regionale Unterschiede. In Stuttgart haben 61 Prozent eine der drei schlechtesten Energieeffizienzklasse. In Bochum sind es 59 Prozent, in Bremen 56 Prozent und in Chemnitz hingegen haben 41 Prozent eine der besten drei Energieeffizienzklassen. Dresden kommt auf 31 Prozent, München auf 29 Prozent und Berlin liegt bei 28 Prozent. Der häufigste Energieträger ist Gas. Mit Öl heizen 16 Prozent. Nur in seltenen Fällen sind die Energieträger kombiniert. Das hat zur Folge, dass sich aufgrund des massiv gestiegenen Gaspreises die Heizkosten für die Hausbesitzer deutlich erhöht werden. Der durchschnittliche Energieverbrauch liegt bei 175 kWh/pro Quadratmeter.

Sanierungspflicht wird Hausbesitzer hart treffen

„Die Zeichen stehen schon lange auf energieeffiziente Gebäudesanierung”, bestätigt bgib-Geschäftsführer Marco Götze. “Dass viele Besitzer von Einfamilienhäusern diese Kosten scheuen, zeigt der große Anteil von unsanierten Häusern mit schlechter Energieeffizienz, die zum Verkauf stehen.” Deutlich wird dabei aber auch, dass eine solide Bausubstand Energiekosten spart. Außerdem haben Hausbesitzer aufgrund des neuen EU-Beschlusses keine andere Wahl, als der Sanierungspflicht nachzukommen. Zu beachten ist, dass es aufgrund des Fachkräftemangels und der Materialknappheit zu Wartezeiten in der Baubranche kommt.

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Sanierungspflicht für Häuser

Jeder der es sich leisten kann sollte die EU verlassen. Man kann sein Geld besser ausgeben als ein Vorschriftendiener zu sein. 

Relevanzprüfung

Wer die Immobilienangebote im Internet verfolgt teilt vermutlich meine Einschätzung 

das überproportional viele alte Häuser angeboten werden (also nicht der Durchschnitt des Bestandes)

das in der Regel die Energieklassen (im Zweifelsfall) schlechter angegeben wird als sie bei genauer Betrachtung wäre (um Streit oder Regress zu vermeiden).

Auch die Darstellung der regionalen Unterschiede ist min. interpretationswürdig und eher irreführend.

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