Klimawandel: Warum Hitzeschutz beim Bauen jetzt Pflicht wird

Foto: duallogic / envatoelements

Der Klimawandel und hohe Sonneneinstrahlung verschärfen die Hitzeprobleme am Bau. Trotzdem müssen große Glasflächen kein Risiko sein. Eine aktuelle Studie zeigt, wie kluger Sonnenschutz Wohnräume auch bei extremer Sommerhitze komfortabel hält und zugleich im Winter Heizenergie spart. Für Neubau und Sanierung empfiehlt sie: Hitzevorsorge gehört zur Pflicht. Das Ergebnis bietet der Bauwirtschaft praxisnahe Lösungen für energieeffiziente Gebäude mit hohem Wohnkomfort und optimaler Tageslichtnutzung.

Der Klimawandel verändert auch die Anforderungen an das Bauen grundlegend. Immer häufiger und intensiver auftretende Hitzeperioden stellen Wohngebäude vor neue Herausforderungen. Besonders bei Neubauten und Modernisierungen mit großen Fensterflächen sind intelligente Konzepte gefragt, die sommerlichen Wärmeschutz und winterliche Energienutzung vereinen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Ingenieurbüros Hauser im Auftrag der Branchenvertretung Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG). Die Studie zeigt: Mit der richtigen Planung lassen sich auch großzügig verglaste Räume so gestalten, dass sie im Sommer angenehm kühl und im Winter energieeffizient bleiben. Dabei basieren die Berechnungen auf Prognosedaten des Deutschen Wetterdienstes. Im Fokus stand ein Wohnraum mit großflächiger Südfensterfront, der verdeutlicht, dass die Größe der Fensterfläche für den sommerlichen Wärmeschutz nur eine untergeordnete Rolle spielt. Viel entscheidender ist die Qualität des gewählten Sonnenschutzes. Ein hochwertiger außenliegender Sonnenschutz könne das Überhitzungsproblem in einem Raum mit großen Fensterflächen „vollständig“ lösen, so die Studie. Alternativ lässt sich auch mit innenliegendem Sonnenschutz in Kombination mit Sonnenschutzglas oder erhöhter Nachlüftung ein ähnlicher Effekt erzielen. Eine reine Verkleinerung der Fensterfläche hingegen sei keine ausreichende Lösung, da diese den Tageslichteintrag stark mindert und zusätzliche Kunstbeleuchtung notwendig macht.

Hitzeschutz muss zur Planungsroutine werden

„Der Klimawandel wird schon jetzt deutlich spürbar, mit steigender Tendenz“, mahnt Thomas Drinkuth, Leiter des RTG-Hauptstadtbüros. „Architekten und Planer müssen sich darauf einstellen und bei Neubauten und bei Sanierungen ein Augenmerk auf den Hitzeschutz legen.“ Wer darauf verzichte, müsse später teuer nachrüsten. Die Untersuchung zeigt zudem: Im Winter wirkt sich eine große Fensterfläche kaum negativ auf die Energiebilanz aus. Zwar gehen mehr Wärmeverluste über die Glasflächen gegenüber einer gedämmten Wand verloren, diese werden jedoch durch solare Zugewinne nahezu ausgeglichen.

Große Glasflächen sinnvoll nutzbar machen

Das Fazit der Studie lautet, dass gut geplanter Sonnenschutz ein zentraler Baustein für zukunftsfähiges Bauen sei. Er mache auch großzügige Glasflächen beherrschbar, die in den kalten Monaten für kostenfreie Heizenergie und mehr Tageslicht sorgen. Für die Bauwirtschaft ergeben sich daraus klare Handlungsempfehlungen: Hitzevorsorge sollte integraler Bestandteil jeder Planung sein – nicht nur im Neubau, sondern auch bei energetischen Sanierungen.

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