Egal ob als Unternehmer und Selbstständiger mit privater Krankenversicherung oder als gesetzlich Versicherter Handwerker im Jahr 2011 wird die Gesundheitsvorsorge auf jeden Fall teurer. Privat versicherte Patienten müssen 2011 im Schnitt 7% mehr zahlen und den gesetzlich Versicherten drohen neue Zusatzbeiträge. Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen sind es nur 4%.
Die Berechnung von 7% für die Privaten und 4% für die gesetzlichen entstammen der Analysefirma Morgen & Morgen für die Tageszeitung „Die Welt“. Die Beitragssteigerung in der Privaten Krankenversicherung ist deshalb so groß, weil die Kosten bei den Privaten viel stärker steigen. Anders als die gesetzlichen Kassen haben die Privaten fast keine Möglichkeiten, die Kosten zu steuern. Sie bekommt keine Steuerzuschüsse, und die Versicherungsunternehmen können den neun Millionen Kunden, die eine Krankenvollversicherung haben, keine der vereinbarten Leistungen von sich aus kürzen.
Obwohl die Gesundheitsreform den Krankenkassen zusätzliche Milliarden einbringt werden die derzeit 13 bundesweit agierenden Kassen mit Zusatzbeiträgen kalkulieren müssen. Mit der Reform steigt der Beitragssatz für 50 Millionen zahlende Kassenmitglieder und ihre Arbeitgeber von 14,9 auf 15,5 Prozent.
Der Wechsel von gesetzlichen Kassen in die Private wird ab 2011 einfacher. Denn ab Januar müssen Arbeitnehmer nur noch ein Jahr über der Bemessungsgrenze liegen um wechseln zu können. Doch es wird ausdrücklich vor vermeintlich günstigen „Lockangeboten“ gewarnt. Ein Wechsel in die Privatkasse kommt eher für junge Freiberufler ohne Familie oder Beamte in Frage und ist im Normalfall für einen Familienvater nicht ratsam. Zudem hat Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten einer dramatischen Situation skizziert, weil einige Tarife der Privatkassen in den kommenden zwei Jahren um bis zu 35 Prozent teurer werden.

















