Krisenfeste Auftragslage – Handwerker nutzen Online-Plattformen

Krisenfeste Auftragslage - Handwerker nutzen Online-Plattformen
Foto: Roland Riethmüller

Frisch gebackene Selbstständige fürchten sich besonders vor Krisen. Bereits im Jahr 2020 war die Auftragslage nicht stabil, doch die Corona-Krise entwickelte sich für Kleinstbetriebe schnell zur unüberwindbaren Hürde. Drei Handwerker berichten, wie sie trotz der Krise mithilfe alternativer Wege alle Schwierigkeiten überwunden könnten. Sie berichten über den schwierigen Anfang und die Chance, neue Aufträge über Online-Plattformen zu erhalten.

„Am Anfang meiner Solo-Selbstständigkeit war ich ein einzelner Bauhandwerker, nutzte keine Online-Kanäle und war nach wenigen Monaten kurz davor, wieder aufzuhören“, erinnert sich Mirek Draheim. Im Jahr 2009 hatte sich der Maurer selbstständig gemacht. Schnell erkannte er aber, dass Untätigkeit nicht dazu führt, neue Kunden zu gewinnen. Der Durchbruch kam aber erst, nachdem er durch Kollegen von der Plattform „blauarbeit.de“ erfahren hatte. Nach seiner Registrierung stammten schnell rund 80 Prozent seiner Aufträge von dieser Plattform. Auch Heiko Thoma rät zum Ergreifen aktiver Maßnahmen. „Mit einem Schild an der Tür im Heimatdorf ist es eben nicht getan. Es geht darum, an der richtigen Stelle zu investieren, um nachhaltig Nutzen zu ziehen“, rät der Malermeister und empfiehlt, über den Tellerrand zu blicken. Weiter betont er, dass man sich zuerst einen Kundenstamm aufbauen müsse. Das bedeutet aber auch, ein paar Kilometer weiter fahren zu müssen. Besonders in der Anfangszeit heißt es, kreativ zu sein, was die Kundenakquise betrifft.

Werbung für das eigene Unternehmen

Die Zeiten der Mundpropaganda sind vorbei, denn die Kunden wollen mehr als nur eine Empfehlung. Sie wollen viele Empfehlungen sehen. Aus diesem Grund nutzen viele Handwerker Online-Plattformen. Aber auch eine eigene Homepage ist nützlich. Nur ohne branchenspezifische Verzeichnisse oder durch die einschlägigen Portale wird es schwer, neue Kunden zu gewinnen. Deshalb wird empfohlen, sich auf verschiedenen Internetportalen zu registrieren und dort ein Profil zu erstellen. Wichtig ist dabei, dass die Daten auf den Portalen immer aktuell sind. Viele Handwerker setzen zwar auf eine eigene Homepage, doch letztendlich kommen die Aufträge durch die Online-Plattformen. Hier zeigt sich, dass der Kunde König ist. Außerdem gilt auch, je besser die Bewertungen sind, umso mehr Vertrauen wird aufgebaut. Dies beeinflusst auch die Anfragen und letztendlich Aufträge. Auch Saad Mounsif profitiert von den Bewertungsfunktionen. „Meine Auftraggeber achten sehr darauf und sprechen mich immer wieder positiv darauf an“. Weiter betont er, dass er oft lediglich aufgrund seiner vielen positiven Empfehlungen und Bewertungen engagiert wurde. In einem sind sich alle drei Handwerker einig: Für sie hat sich die Corona-Krise auf die Auftragslage nicht bemerkbar gemacht. In allen drei Gewerken sind die Handwerker ausgelastet.

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