Neue Investitionen und steigende Genehmigungszahlen haben im vergangenen Jahr für spürbare Bewegung im Wohnungsbau gesorgt und die Baukonjunktur trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabilisiert. Grund dafür war die staatliche Wohnungsbauförderung, die sich zu einer wichtigen Stütze der Bauwirtschaft entwickelt hat. Dabei bringen verbesserte Finanzierungsbedingungen und neue Impulse wie EH55-Plus zusätzlichen Schwung in Neubau, Sanierung und Eigentumserwerb. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe entstehen dadurch neue Auftragschancen und verlässlichere Perspektiven in einem wieder anziehenden Marktumfeld.
Die staatlichen Förderprogramme für den Wohnungsbau haben sich im Jahr 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen als stabilisierender Faktor für die Bauwirtschaft erwiesen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) wurden zehntausende neue Wohneinheiten mit Unterstützung der Programme realisiert oder angestoßen. Neben verbesserten Konditionen bei bestehenden Förderlinien sorgte insbesondere die neue EH55-Plus-Förderung für zusätzliche Investitionsimpulse. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe entstehen damit weiterhin wichtige Marktchancen im Neubau sowie bei Sanierungs- und Eigentumsprojekten. So könnten insgesamt über verschiedene Förderinstrumente hinweg mehr als 64.000 klimafreundliche Wohneinheiten unterstützt werden. Parallel zeigen aktuelle Entwicklungen wieder steigende Genehmigungszahlen und eine verbesserte Stimmung im Markt. Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär im Bauministerium, unterstreicht die Bedeutung der Fördermaßnahmen und verweist darauf, dass die Programme trotz schwieriger Haushaltslage und anhaltender Herausforderungen in der Branche Stabilität und Planungssicherheit geschaffen hätten. Zugleich zeigten aktuelle Umfragen laut Bartol eine deutlich verbesserte Marktlage, mit wachsender Investitionsbereitschaft und steigender Zuversicht in der Bauwirtschaft. „Über 64.000 klimafreundliche Wohneinheiten konnten wir im vergangenen Jahr fördern“, betont Bartol. „Wir verzeichnen seit mehreren Monaten steigende Baugenehmigungszahlen, die Stimmung der Bauwirtschaft ist wieder optimistischer, die Investitionen steigen.“ Gleichzeitig arbeite das Bauministerium daran, die Förderlandschaft künftig übersichtlicher in zwei zentrale Fördersäulen zu gliedern. Deshalb komme die neue EH55-Plus-Förderung zur richtigen Zeit, um geplante Projekte tatsächlich zur Umsetzung zu bringen.
Wohnungsbauförderung: EH55-Plus setzt starke Neubauimpulse
Denn die im Dezember gestartete EH55-Plus-Förderung bietet zinsverbilligte KfW-Kredite für Gebäude mit Effizienzhausstandard 55 und vollständig erneuerbarer Energieversorgung. Innerhalb weniger Wochen wurden bereits fast 14.000 Wohneinheiten mit einem Kreditvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro gefördert. Insgesamt löste das Programm Investitionen von rund 3,6 Milliarden Euro aus. Das ist ein deutliches Signal für die Neubautätigkeit.
Klimafreundlicher Neubau bleibt Wachstumstreiber
Das Programm „Klimafreundlicher Neubau“ (KFN) bleibt weiterhin das volumenstärkste Instrument. Mit Förderzusagen von rund 4,5 Milliarden Euro wurden Investitionen von etwa 13 Milliarden Euro ausgelöst. Knapp 37.000 Wohneinheiten profitieren davon. Besonders gefragt sind Projekte mit Nachhaltigkeitssiegel, die zusätzliche Fördervorteile erhalten.
Niedrigpreissegment und Familienförderung sorgen für Nachfrage
Mit dem Förderprogramm für klimafreundlichen Neubau im Niedrigpreissegment wurden mehr als 8.200 Wohnungen unterstützt. Gleichzeitig half die Wohneigentumsförderung für Familien beim Bau oder Erwerb von über 4.500 Wohneinheiten. Beide Programme stützen insbesondere Projekte mit klar kalkulierbaren Baukosten und schaffen zusätzliche Aufträge für mittelständische Bauunternehmen.
Sanierung und Genossenschaften gewinnen an Bedeutung
Auch im Bestand zeigen sich Impulse. Über das Programm „Jung kauft Alt“ wurden im Jahr 2025 rund 690 sanierungsbedürftige Immobilienkäufe unterstützt. Zusätzlich erleichtert die Förderung genossenschaftlichen Wohnens den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum und stärkt die Eigenkapitalbasis der Genossenschaften. Seit Februar 2026 wurden die Förderbedingungen nochmals verbessert. Damit zeichnet sich für die Bauwirtschaft deutlich ab, dass Förderprogramme ein zentraler Motor für Neubau, Sanierung und Investitionen bleiben. Außerdem sichern sie Aufträge in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld.

















