Metallhandwerk freut sich über gute Konjunkturaussichten

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Foto: Roland Riethmüller

Die äußerst positive Baukonjunktur macht sich auch im Metallhandwerk in Deutschland bemerkbar. So ist ein wesentlicher Teil der Betriebe wirklich guter Dinge. Die Auftragslage ist außergewöhnlich positiv und deutet auch im kommenden Jahr auf ein weiteres Wachstum. Sorge bereitet lediglich der Fachkräftemangel und die niedrigere Zahl an Auszubildenden. Abhilfe wird durch Modernisierung und Vernetzung erwartet.

Das Metallhandwerk in Deutschland umfasst über 36.500 Betriebe mit ungefähr einer halben Million Arbeitnehmern und 29.000 Auszubildenden. Der Gesamtumsatz im Jahr 2017 lag bei etwa 57 Milliarden Euro. Aber auch für das kommende Jahr rechnet der Bundesverband Metall (BVM) angesichts einer ausgezeichneten Auftragslage und neuer Impulse mit einem weiteren Wachstum.

Gute Konjunktur bei mehr als drei Viertel der Unternehmen

Insgesamt untermauert die Auswertung der BVM-Konjunkturumfrage im Februar 2018 die positive Entwicklung im Metallhandwerk. An der Umfrage nahmen insgesamt 583 Unternehmen teil, von denen etwa 75 Prozent dem Metallbau und rund 25 Prozent der Feinmechanik zuzurechnen sind. Das entspricht weitgehend der Struktur des Verbandes, der traditionell in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen besonders mitgliederstark ist. Deutlich über drei Viertel aller Teilnehmer bewerten demnach ihre aktuelle Lage als „sehr gut“ oder „gut“, lediglich zwei bis drei Prozent schätzen sie als mangelhaft oder ungenügend ein. Das spiegelt sich unter anderem in einer ausgezeichneten Auftragslage wider – lediglich eines von 20 Unternehmen gibt an, dass im zweiten Halbjahr 2017 weniger Aufträge als im ersten erhalten zu haben. Insgesamt konnte das Metallhandwerk vor allem von der guten Konjunktur in den letzten Jahren profitieren. Positiv ist außerdem, dass Manager und Firmeninhaber fest mit einer Fortsetzung der Entwicklung im kommenden Jahr rechnen.

Mangel bei Auszubildenden und bei Fachkräften

In der Realität haben nicht wenige Unternehmen mittlerweile sogar ein Problem, die hohe Nachfrage ressourcenbedingt zu bewältigen. Doch Neueinstellungen sind nicht einfach. Nahezu ein Drittel der offenen Stellen konnte mangels geeigneter Fachkräfte im Metallhandwerk nicht besetzt werden. Diesen Umstand sehen vier von fünf Betrieben im Metallbau als größte Schwierigkeit der aktuellen Situation an. An zweiter Stelle liegt die sinkende Zahl der Auszubildenden, gefolgt von den steigenden Kosten für Material und Lieferanten. In der Vergangenheit stark vertretene Themen wie die Kreditvergabe und die Finanzierung neuer Investitionen beschäftigen hingegen nur eine Minderheit von weniger als zehn Prozent – und das, obwohl mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen im kommenden Jahr ihre Ausgaben in diesem Bereich steigern möchte.

Stärkerer Ausbau der Modernisierung und Vernetzung gefordert

Denn obwohl Deutschland weltweit als ein wichtiger Standort für Forschung und Entwicklung gilt, werden innovative Technologien und Arbeitsverfahren zu selten im nationalen Metallhandwerk eingesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der BVM und macht dafür unter anderem die Politik verantwortlich. Sie habe die in der Vergangenheit allzu oft den Ausbau der IT-Infrastruktur in ländlichen Gebieten vernachlässigt. Lückenhafte Vernetzung durch das Fehlen von schnellen Glasfaserleitungen und mobilem Internet mit Breitbandanbindung erweisen sich in allen Segmenten als Hindernis – von der Ausbildung über die Entwicklung bis zur Produktion. Als Beispiel verweist der Bundesverband auf das ortsunabhängige E-Learning mit mobilen Devices wie Smartphones und Tablet PC oder die Industrie 4.0, die auf eine Kommunikation in Echtzeit zwischen unterschiedlichen Standorten angewiesen ist.

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