Mieten steigen weniger als die Einkommen

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Foto: Roland Riethmüller

Immer wieder werden in Deutschland die steigenden Mietpreise beklagt. Betrachtet man allerdings die Entwicklung der Einkommen gegenüber den Mieten, so zeigt sich, dass diese Pauschalaussage nicht mehr begründet ist. Denn in den letzten Jahren sind die Einkommen stärker gestiegen als die Mietpreise. Im Umkehrschluss bedeutet das also, mehr Wohnraum für gleiches Geld.

Das Institut der Wirtschaft Köln (IW) hebt in einer aktuellen Studie hervor, dass die Mieten sich in den letzten sechs Jahren zwar immer noch nach oben entwickeln, dies jedoch nicht so stark wie die Einkommen im gleichen Zeitraum. Damit können sich die deutschen Bürger demnach mehr Wohnraum leisten. Die Studie zeigt auch, dass dies sogar für Metropolen wie München oder Frankfurt gilt. Verlierer der Entwicklung sind vor allem Bürger in Berlin, wie auch in Stuttgart oder Dortmund.

Einkommen steigen stärker als Mietpreise

Während der vergangenen sechs Jahre sind die Mieten um 10,2 Prozent gestiegen, das Einkommen dagegen durchschnittlich sogar um 11,5 Prozent. Es wird also deutlich, dass die Mieten im großen Teil Deutschlands demnach sogar eher günstiger werden als teurer. Im Detail heißt das, dass man für 25 Prozent seines Einkommens im Durchschnitt 94 Quadratmeter Wohnfläche mieten kann. Dies entspricht zwei Quadratmetern mehr als noch vor dem Jahr 2010.

Auch Metropolen sind inzwischen bezahlbarer

Auch in den zwei als teuer bekannten Städten München und Frankfurt ist dies zu beobachten. Zwar bekommt man in München nur ein Quadratmeter mehr für das gleiche Geld, in Frankfurt dagegen sogar drei Quadratmeter. Gleiches ist bei anderen Ballungsgebieten zu beobachten.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Lediglich einige wenige Orte entwickeln sich gegen den beschriebenen Trend. Ganz vorn ist dabei Berlin. Hier sind die Mieten seit 2016 um 26 Prozent gestiegen. Dies liegt vor allem an dem extremen Zuwachs an Bewohnern, immerhin 240.000 Einwohner innerhalb der letzten sechs Jahre. Die Einkommen dagegen steigen nicht entsprechend stark an, wodurch man sich eben nicht mehr Wohnraum leisten kann. Hier ist ein Minus von einem Quadratmeter zu verzeichnen. Ähnlich verhält sich die Lage übrigens in Stuttgart und Dortmund.

Politik muss die richtigen Maßnahmen ergreifen

Anhand der aktuellen Entwicklung belegt der IW deutlich, dass es keinen grundsätzlichen Mangel an bezahlbarem Wohnraum gibt. Umso wichtiger ist es aber auch, dass die Politik ihre Anstrengungen richtig vorantreibt. Dazu zählt nach Meinung des IW auch gezieltes Handeln. Beispielsweise sollte man die soziale Wohnraumförderung nur an bestimmten Standorten einsetzen, sowie die Infrastruktur der ländlichen Regionen verbessern.

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