Modularer Bau für Corona-Krise – Startup baut Mikrokliniken

Modularer Bau für Corona-Krise - Startup baut Mikrokliniken
Foto: Semodu

In China ist es bereits Realität geworden: In zehn Tagen wurde dort eine Klinik für 1.000 Patienten gebaut. Bei uns ist das bisher nur eine Zukunftsmusik. Das Startup Semodu hat sich dieser Herausforderung gestellt und entwickelt gemeinsam mit Intensivärzten zwei Konzepte für entsprechende Mikrokliniken. Möglich macht dies die modulare Bauweise. So können Räume je nach Anforderung zusammengeschoben werden.

In der Corona-Krise geht es jetzt um schnelles und effizientes Handeln. Nur so kann die Pandemie erfolgreich bekämpft werden. Die Zahl der an dem Coronavirus Erkrankten steigt immer noch schnell an. Aus diesem Grund müssen die vorhandenen Kapazitäten im Klinikbereich erhöht werden und das sehr schnell. Die Chinesen haben es vorgemacht und mit einer großen Anzahl an Bauarbeitern innerhalb von zehn Tagen eine Klinik mit 1.000 Betten errichtet. Aber geht das auch in Deutschland? Was bisher eher nach Zukunftsmusik klang, soll nun auch hierzulande möglich werden. Die Semodu AG entwickelt dazu ein Konzept, um den Bau von modularen Mikrokliniken zu ermöglichen. Dabei stehen beratend Intensivärzte zur Verfügung. Insgesamt gibt es zwei Konzepte für Kliniken, in denen mittelschwere und schwer erkrankte Patienten aufgenommen werden sollen. Diese sollen sowohl auf die Patienten als auch auf das Personal zugeschnitten sein.

Die modulare Technik macht es möglich

Durch die modulare Bauweise wird es möglich gemacht, dass die Räume auf unterschiedliche Weise zusammengefügt werden können. So kann man auf jede Situation schnell reagieren. Innerhalb von wenigen Tagen kann eine solche Klinik aufgebaut werden. Bei einem Krankenhaus müssen die Eingänge, Ausgänge, die Patienten, das Personal sowie die Materialversorgung organisiert werden. Die erste Klinik soll speziell für Corona-Patienten gefertigt werden. Sie soll Platz bieten für 36 Patienten und 20 Personen im Personalbereich. Diese kann jederzeit erweitert werden. Wichtig ist bei der Planung, dass sich die Wege zwischen dem Personal, den Patienten und der Materialversorgung nicht mehr als notwendig kreuzen. Die Patienten sollen von Süden aus direkt über den Eingang in die Schockräume gelangen. Nach einer ersten Versorgung sollen sie dann in die Patientenräume gebracht werden. Direkt gegenüber dieser Räume liegen die Räume für die Entsorgung und das Material. Damit werden die Laufwege minimiert und es findet eine zentrale Versorgung statt. Das ist besonders für den Abfall notwendig, der dann ohne viel Kontakt wegtransportiert werden kann. Diese Mikrokliniken sollen über Räume verfügen, in denen Platz genug für Betten, Gerätschaften und ein Waschbecken vorhanden ist. Das ist besonders bei Infektionskrankheiten von Wichtigkeit. Deshalb befinden sich in den Fluren auch Desinfektionsbereiche und Waschbecken.

Das zweite Konzept für Schwerkranke

Das zweite Konzept beinhaltet eine Klinik für 20 Schwerkranke und zehn Personen im Personalsektor. Hier sollen die Patienten direkt über den Eingang in die Zimmer gebracht werden. Beide Konzepte sind nicht nur für die jetzige Situation vorgesehen. Auch in anderen Krisenzeiten können diese Kliniken weltweit aufgebaut und wieder abgebaut sowie an einem anderen Ort wieder zusammengesetzt werden.

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