Treiber und Effekte: Das Smart Home als Wachstumsmarkt

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Die intelligente Vernetzung im eigenen Zuhause wartet schon seit einigen Jahren auf ihren endgültigen Durchbruch. Dabei bietet die Technik inzwischen Lösungen für jedermann – und das Potenzial, zur Beantwortung der großen Fragen der Zeit beizutragen. Ein vernetztes Zuhause ist längst keine Zukunftsvision mehr, es ist vielmehr mittlerweile ein Trend, demgegenüber sich viele Menschen aufgeschlossen zeigen. Das liegt nicht zuletzt an der Vielfalt der Lösungen, die ein Smart Home für seine Nutzer bereithält. Vom schlichten Wohlfühlen und der atmosphärischen Gestaltung über Sicherheitsaspekte bis hin zu Energie- (und damit ganz realen Kosten-)Einsparungen ist vieles möglich – und noch dazu individuell gestaltbar.

Trend und Wachstumsmarkt

Daraus resultiert eine immer stärkere Nachfrage und die Zukunftsprognosen sind in dieser Hinsicht zwar unterschiedlich, aber insgesamt immer noch mehr als rosig. Schließlich geht es nicht nur um die Ausstattung von Neubauten, sondern in gleicher Weise um die Aufwertung von Bestandsimmobilien. Die verfügen oft genug über eine veraltete Technik und profitieren umso mehr von der Umsetzung von Smart Home-Lösungen. Wenn also die Elektroinstallation zur Steigerung der Energieeffizienz ohnehin erneuert werden muss, kann es sich lohnen, die dazu notwendige Planung gleich mit einer Überprüfung der Vernetzungspotenziale innerhalb der eigenen vier Wände zu verbinden.

Neue Treiber für den Smart Home-Markt

Die Marktentwicklung auf dem Smart Home-Sektor bedeutet gleichzeitig, dass Lösungen für ein intelligentes Zuhause eben nicht mehr nur als Luxusprodukte taugen, sondern in viel größerer Breite vertrieben werden können. Dafür gibt es verschiedene Gründe, die allesamt zu dieser günstigen Ausgangslage beitragen.

  • Digitale Vernetzung
    Die Anbindung deutscher Haushalte an das Breitbandinternet ist inzwischen in weiten Teilen der Republik der Standard oder es gibt zumindest Bemühungen, diesen herzustellen. Dadurch kann davon ausgegangen werden, dass mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones, die grundsätzlich als Bedienelemente im Smart Home geeignet sind, ebenfalls in deutlich mehr Haushalten vorgefunden werden können. Unterm Strich sind die Voraussetzungen hinsichtlich der Infrastruktur daher sehr gut.
  • Demografische Entwicklung
    Einer der großen demografischen Trends betrifft nicht allein die Smart Home-Branche, sondern ist ein generelles gesellschaftliches Phänomen: Die Bevölkerung wird im Durchschnitt immer älter, gleichzeitig sind bei den Single-Haushalten und Alleinerziehenden nach wie vor steigende Zahlen zu beobachten. Daraus ergibt sich gerade im Bereich der Gesundheitsanwendungen (Stichwort Ferndiagnostik) und Sicherheitslösungen ein wachsendes Potenzial. Dass die zukünftig älteren Generationen außerdem zunehmend technikaffin sein werden, ist sicherlich auch ein weiterer positiver Faktor.
  • „Home Lifestyle“
    Ein Trend, der gerne auch mit dem Wort „Cocooning“ überschrieben wird und in erster Linie die wachsende Bedeutung des eigenen Zuhauses meint. Das geht meistens einher mit dem ausgeprägten Wunsch einer individuellen Gestaltung des Heims, bei der Smart Home-Lösungen ausreichend Spielraum lassen, die persönlichen Vorstellungen zu realisieren. Vielfach schließt sich daran eine größere Bereitschaft an, für die entsprechenden Möglichkeiten der Vernetzung auch mehr zu investieren.
  • Umweltbewusstsein
    Hier gehen ein wachsendes Bewusstsein für Umweltfragen, die gesetzlichen Vorgaben und politischen Zielsetzungen bezüglich der Energieeffizienz Hand in Hand. Wenn die Grenzen des Machbaren im baulichen Bereich ausgereizt sind, lassen sich weitere Senkungen des Energieverbrauchs im Grunde genommen nur noch die über die Technik erreichen. Das betrifft aber eben nicht nur Heizsysteme oder Solaranlagen im Allgemeinen, sondern in gleicher Weise die Möglichkeit der smarten Steuerung. Die Heimautomation trägt so vor dem Hintergrund des gesteigerten Interesses an nachhaltigen Lösungen zu mehr Energieeffizienz bei und steigert zugleich den Wohnkomfort durch die individuellen Anpassungsmöglichkeiten.

 
Konkrete Effekte für die Anwender

In der konkreten Umsetzung ergibt sich daraus eine Vielzahl positiver Effekte für die Anwender, aber gleichzeitig eben auch für die Anbieter. Nimmt man nur einmal das Beispiel der alternden Gesellschaft, lässt sich das Gesamtpotenzial schon erahnen: Zum einen wird sich die Zielgruppe auf absehbare Zeit durch die steigende Lebenserwartung noch vergrößern. Zum anderen ist damit zu rechnen, dass in Anbetracht der Kosten für eine Heimunterbringung das längere selbständige Wohnen eine zentrale Rolle spielen wird.

Von größerer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang beispielsweise Wege für einen vereinfachten Informationsaustausch mit Pflegediensten und die Überwachung der Gesundheit der Betroffenen – das trifft übrigens genauso auf Patienten mit chronischen Erkrankungen zu. Die profitieren einerseits von einer optimierten Betreuung und können die Kosten dafür besser kalkulieren. Darüber hinaus sind Erleichterungen im Haushalt denkbar, zum Beispiel Warnsysteme im Bereich der Küche, mit denen Unfälle vermieden werden können.

Überhaupt ist Sicherheit eines der zentralen Themen beim Smart Home. Während ältere Menschen beispielsweise durch Erinnerungen an nicht abgeschlossene Türen unterstützt werden können, geht es für jüngere Kunden womöglich hauptsächlich um den Werterhalt im Allgemeinen, bei dem die Vernetzung der Sicherheitssysteme mit mobilen Geräten eine ortsunabhängige Kontrolle ermöglichen. Interaktive Video-Türklingeln erweitern zudem die Funktion der Gegensprechanlagen und verbessern so den Schutz vor unerwünschten Besuchern.

Da die Lösungen in diesem Bereich im Grunde genommen im gesamten Spektrum der technischen Möglichkeiten angesiedelt sind, ist auch das Potenzial für die Anbieter enorm groß. Abgesehen davon sollten auch die Wünsche der jüngeren Generationen nicht aus den Augen verloren werden. Die setzen wahrscheinlich ganz andere Prioritäten, sind aber dafür umso interessierter an der Umsetzung individueller Vorlieben hinsichtlich der Beleuchtung oder der Multimedia-Gestaltung.

Laut Gesellschaft für Konsumforschung könnten daher in den nächsten Jahren rund 10 Millionen deutsche Haushalte mit speziell auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnittenen, intelligenten Smart Home-Lösungen ausgestattet werden. Selbst bei weniger optimistischen Schätzungen ist das Potenzial als Wachstumsmarkt der Zukunft dennoch abzusehen.

Weitere Informationen:
Erfolgsfaktoren für das Smart Home
IQ-Check von Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort

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