Nachhaltiges Bauen: Ziegelindustrie fordert klare Definition

Foto: Roland Riethmüller

Mit der Einrichtung des Ausschusses „Nachhaltigkeit“ hat die Ziegelindustrie ein Gremium geschaffen, das alle nationalen und europäischen Entwicklungen im Bereich nachhaltiges Bauen der Ziegelhersteller begleitet. Das Thema Nachhaltigkeit ist neben der Finanzierbarkeit eines der wichtigsten Themen. Ohne eine zertifizierte Nachhaltigkeit können Investitionen in den Wohnungsbau nicht mehr finanziert werden. Die Sorge der Branche ist jedoch, dass weder grüner Strom noch Wasserstoff auf Dauer zur Verfügung steht.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt beim Wohnungsbau eine große Rolle. Aus diesem Grund hat der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie (BVZi) kürzlich den neuen Ausschuss „Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen. „In meinen Kundengesprächen zum mehrgeschossigen Wohnungsbau ist sie neben der Finanzierbarkeit das wichtigste Thema“, bestätigt der Vorsitzende, Thomas Maucher, die hohe Bedeutung der Nachhaltigkeit für die gesamte Branche. „Anders sieht die Lage im Einfamilienhaussegment aus. Hier sind die KfW-Förderkonditionen inzwischen leider unattraktiv und stehen in keinem Verhältnis zum notwendigen Mehraufwand, sodass die möglichen Fördermittel in der Folge nur in sehr geringen Umfang beantragt werden.“ Denn das von der Politik geforderte höhere Niveau lasse sich nicht mehr wirtschaftlich darstellen.

Unsicherheit hemmt Investitionsentscheidungen in Millionenhöhe

Auch in den Produktionsstätten der Ziegelindustrie hat sich beim Thema Energieeinsparung sehr viel getan. Doch die Branche ist voller Sorge, dass in Zukunft kein grüner Strom oder Wasserstoff ausreichend zur Verfügung stehen wird. Für ein nachhaltiges Bauen wird deshalb politische Klarheit gebraucht. Die Hersteller müssen wissen, mit welchem Energieträger in Zukunft die Ziegel gebrannt werden sollen. Das sind nicht nur Millioneninvestitionen, sondern das ist auch mit jahrzehntelangen Konsequenzen verbunden. Durch die bestehende Unsicherheit werden die Investitionsentscheidungen aktuell gehemmt.

Nachhaltiges Bauen bedarf einer allgemeingültigen Definition

Seit sechs Monaten ist der Ausschuss „Nachhaltigkeit“ mittlerweile aktiv. Alle Ziegelbereiche werden in diesem Ausschuss berücksichtigt. Die Mitarbeiter schauen über den Tellerrand und tauschen sich aus. Es wurde ein stark frequentiertes Schulungsprogramm geschaffen und mit dem Austausch mit Ministerien, Stakeholdern und Verbänden ein guter Auftakt für ein nachhaltiges Bauen geschaffen. Das ist zwar erfreulich, dennoch gibt es noch ideologiebefrachtete Sichtweisen in Bezug auf nachhaltiges Bauen. Denn nachhaltiges Bauen kann nur gelingen, wenn ökologische, ökonomische und soziokulturelle Aspekte gleichwertig betrachtet werden. Nur weil ein Baustoff nachwächst, ist er nicht automatisch nachhaltig. Da es bisher keine allgemeingültige Definition gibt, definiert Jeder nachhaltiges Bauen anders.

Kommentare

0 0 votes
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse 2024

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2024 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.