OECD erkennt deutsche Berufsbildung endlich an

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Foto: Roland Riethmüller

Lange Zeit hat sich die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) nicht sonderlich positiv über die deutsche Berufsbildung geäußert. Das duale System der Berufsausbildung wurde zwar stets gelobt. Dennoch wurden akademische Titel immer wieder über die derer gestellt, die nicht an konventionellen Hochschulen erworben wurden. Ein Beispiel ist der Meistertitel im Handwerk. Nach einer neuen Studie zeigt sich aber, dass die OECD langsam versteht, dass die Berufsbildung ein ganz wesentlicher Aspekt des Wirtschaftswachstums ist.

Noch vor einigen Wochen kritisierte das Handwerk den jährlichen Bildungsbericht der OECD. Einmal mehr ging daraus hervor, dass die OECD die akademischen Titel strikt von den nicht akademischen trennt und eine Art Zweiklassen-Gesellschaft vertritt. Doch nach und nach ändert sich die Stellung der OECD dazu.

Nach einer neuen Studie über die „Postsekundäre Berufsbildung in Deutschland“ wird die Bedeutung der beruflichen Bildung erstmals korrekt bewertet und eingeschätzt. Darüber freut sich natürlich vor allem das Handwerk. Gemäß der Studie sieht die OECD den Meistertitel als ein außerordentliches Merkmal der beruflichen Bildung, die den akademischen Titeln in nichts nachstehen sollte. Des Weiteren stellt man fest, dass die Arbeitslosenquote unter Fachhochschulabsolventen, Meistern und Technikern in der Bundesrepublik zu den geringsten im gesamten OECD-Raum gehört.

Die Studie belegt außerdem, dass die Inhalte der postsekundären Ausbildung absolut „bedarfsgerecht“ sind und für die Absolventen auch ohne akademischen Abschluss zu sehr guten Löhnen kommen können. Damit ist unstrittig, dass die duale Berufsausbildung ein beispielhaftes Modell ist, das in der Praxis absolut erfolgreich ist und letztlich auch zu den Meisterabsolventen führt. Damit bildet es auch ein effizientes Mittel gegen den demografischen Wandel.

Bei all der Freude über die durchaus positive Studie, äußert sich das Handwerk auch wieder kritisch. Denn man stört sich nach wie vor daran, dass die OECD viel zu spät erkannt hat, wie bedeutend die Berufsbildung im Grunde ist. Und auch die stets widersprüchlichen Äußerungen der Vergangenheit stoßen dem Handwerk noch negativ auf. Man erwartet, dass die OECD nun wirklich kontinuierlich daran festhält, dass es keine Notwendigkeit für eine Zweiklassen-Gesellschaft zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern mit einem vergleichbaren Abschluss gibt.

Die Forderung der OECD  nach weiteren Verbesserungen des deutschen Systems könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. Immerhin regt die OECD auch mehr Transparenz über Qualität und Kosten der Vorbereitungskurse an. Dadurch sollen es potenzielle Absolventen wiederum leichter haben, sich für eine postsekundäre Berufsbildung zu entscheiden. Ferner fordert man einfachere Standards für die Fortbildungsordnung von IHK und Handwerkskammer.

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