Protest im Fertigbau: Unfaire Eingruppierung bedroht Firmen

Foto: BDF

Im Holzfertigteilbau wurde kürzlich die Interessengemeinschaft Arbeitssicherheit Holzfertigteilbau (IGAH) ins Leben gerufen. Ziel ist es, gegen die von der Berufsgenossenschaft Bau (BG BAU) erhobenen, als ungerechtfertigt empfundenen Beiträge vorzugehen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Fertigbau-Unternehmen trotz besserer Unfallstatistiken und niedrigerem Risiko denselben Gefahrtarif wie Zimmereibetriebe zugewiesen bekommen haben. Zusätzlich sollen durch Prävention und Automation die Arbeitsunfälle weiter gesenkt werden.

Die neueste Einstufung im 4. Gefahrtarif der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau), die seit Anfang des Jahres Fertigbau-Unternehmen und Zimmereibetriebe gleichstellt, hat unter den Betroffenen für erheblichen Unmut gesorgt. Demnach werden gewerbliche Fachkräfte von Fertigteilbaufirmen nicht mehr der Tarifstelle 200 zugeordnet, sondern in die Tarifstelle 110 zu Zimmererarbeiten eingruppiert. Der Vorwurf besteht darin, dass die Belastungsziffer bei der Hälfte der Tarifstelle 110 liegt. „Nun werden wir mit einer Personengruppe verglichen und zusammengelegt, die unsere Unfallstatistik bei Weitem nicht erreicht“, kritisiert Mathias Schäfer, Präsident vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF). Die dadurch höheren Beiträge würden zu einer finanziellen Belastung führen, die besonders in der aktuellen Baukrise schwer zu tragen sei. Diese zusätzliche bürokratische Last könne für einige Mitglieder durchaus existenzbedrohend werden, warnt Schäfer.

Kollektiver Protest im Holzfertigteilbau durch juristische Schritte

Insgesamt haben sich etwa 100 Fertigbau-Unternehmen dem Protest angeschlossen, der von den Verbänden BDF und dem Deutschen Holzfertigbauverband (DHV) koordiniert wird. Gemeinsam wurde die neue Interessengemeinschaft Arbeitssicherheit Holzfertigteilbau (IGAH) gegründet. Diese Kollektivmaßnahme zielt darauf ab, die Entscheidung der BG Bau juristisch anzufechten. Bei einer Veranstaltung, die von BDF-Geschäftsführer Georg Lange moderiert wurde, informierten von den Verbänden beauftragte Fachanwälte die Anwesenden detailliert über die juristischen Rahmenbedingungen und empfahlen Strategien für die Auseinandersetzung mit der Berufsgenossenschaft. 

Zukunftsorientierte Strategien und Präventionsmaßnahmen

Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie der IGAH besteht darin, durch verstärkte Präventionsmaßnahmen und den Ausbau der Automatisierung die Unfallzahlen weiter zu senken. „Wir gehen weiter gegen den 4. Gefahrtarif vor und arbeiten für die Zukunft daran, der BG keinen Grund zu geben, uns mit höheren Beiträgen zu belasten, sondern werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen“, erklärt Schäfer. Damit ist die Gründung der IGAH ein entscheidender Schritt für die Fertigbau-Branche, um sich effektiv gegen die neuen Herausforderungen durch die BG Bau zu wehren. Die starke Beteiligung und das Engagement der Mitgliedsunternehmen bei der Gründungsveranstaltung zeigen, wie wichtig eine gemeinsame Front und Zusammenarbeit in der Branche ist.

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