Auch wenn sich die Nachfrage zu Jahresbeginn geringfügig verbessert hat, bleibt die Marktlage für die Hersteller von Holz-Fertighäusern schwierig. Denn in ihrem Kerngeschäft – dem meist schlüsselfertigen Planen und Bauen individueller Ein- und Zweifamilienhäuser – sind die Baugenehmigungszahlen im Jahr 2023 nochmals deutlich stärker eingebrochen als im Vorjahr. Obwohl gleichzeitig der Marktanteil der Fertighäuser deutlich stieg, weist dies auf einen insgesamt schrumpfenden Markt hin. Das zwingt die Unternehmen dazu, neue Geschäftsstrategien zu entwickeln.
Nach einem Jahrzehnt des Wachstums hat die Branche der Fertighaushersteller einen Wendepunkt erreicht. Die gesunkenen Baugenehmigungszahlen für Ein- und Zweifamilienhäuser spiegeln eine breitere Marktdynamik wider, die durch steigende Bauzinsen, Inflationsdruck und politische Unsicherheiten beeinflusst wird. Zwar fällt das Minus im Bereich der Fertighäuser etwas geringer aus als im Markt insgesamt, doch sind die Herausforderungen mehr als deutlich. Denn trotz des auf ein Allzeithoch von 24,5 Prozent angestiegenen Marktanteils gehen die absolute Zahl der Bauprojekte zurück. „Am Eigenheimmarkt wird unser Stück vom Kuchen zwar größer, allerdings wird der Kuchen selbst immer kleiner“, erklärt Achim Hannott, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF). „Um die Produktionen auszulasten, sind bei den Fertighausherstellern daher auch neue Ideen und Geschäftsfelder gefragt.“
Statt Fertighaus: Neue Geschäftsfelder für Fertigbauunternehmen
Die aktuellen Faktoren zwingen die Branche, sich anzupassen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Das bedeutet auch, über traditionelle Geschäftsfelder hinauszudenken und sich neue Märkte zu erschließen. Denn in dieser Umbruchphase erkennen Fertigbauunternehmen die Notwendigkeit, ihr Angebot zu diversifizieren und sich auf neue Geschäftsfelder wie mehrgeschossigen Wohnungsbau und Objektbau zu konzentrieren. Diese strategische Neuausrichtung ist nicht nur eine Reaktion auf aktuelle Marktbedingungen, sondern auch eine Investition in die Zukunft.
Serielles Bauen als Chance für den Fertigbau
Die Fertigbaubranche ist traditionell ein Vorreiter in Sachen Effizienz und Nachhaltigkeit. Dabei nutzt sie ihre Stärken, um innovative Lösungen für den Wohnungsbau zu entwickeln. Insbesondere das Potenzial des seriellen Bauens wird hervorgehoben, das schnelle, kosteneffiziente und qualitativ hochwertige Bauvorhaben ermöglicht. So sind die aktuellen Herausforderungen und Veränderungen in der Branche nicht nur ein Test ihrer Resilienz, sondern auch eine Chance für Innovation und Wachstum. Durch die Erweiterung ihrer Geschäftsfelder und die kontinuierliche Anpassung an die Marktbedürfnisse können Fertighausunternehmen eine führende Rolle in der zukünftigen Entwicklung des Bauwesens spielen.

















