Auch wenn das Umfeld für den Sanitärgroßhandel in Deutschland schwierig und immer stärker durch Baumärkte und Internet-Handel bedroht wird, so bleibt der Sanitärgroßhandel weiterhin ein bedeutender Partner von Herstellern und dem SHK-Handwerk. Eine Studie bestätigt nun, dass vornehmlich qualitativ hochwertige Sanitärprodukte über diesen Vertriebsweg verkauft werden und der wachsende Internet-Handel eher den Baumärkten Konkurrenz macht.
Der Sanitärgroßhandel in Deutschland befindet sich im Wandel. Während noch vor Jahren alles ausschließlich über den dreistufigen Vertriebsweg abgewickelt wurde, werden heute immer mehr Produkte „vor der Wand“, also von Waschtischen und sonstiger Sanitärkeramik über Duschtassen und Badewannen bis hin zu Armaturen und Bad-Accessoires, von Heimwerkern im Internet oder Baumärkten gekauft. Die einstige Alleinstellung ist zwar verloren, doch sieht sich der Sanitärgroßhandel dennoch als bedeutende Schnittstelle zwischen den professionellen SHK-Handwerkern und den Herstellern.
Dies bestätigt nun auch das Marktforschungsinstitut BRG, das im Auftrag des Deutschen Großhandelsverband Haustechnik e.V. (DG Haustechnik) die Strukturen und Vertriebswege im deutschen SHK-Markt untersucht hat. „Der Großhändler bietet in einem komplexen Markt eine breite Kompetenz, Qualität und für das Handwerk entscheidende Logistikdienstleistungen“, erläutert Sarah Phieler als verantwortliche BRG-Projektleiterin.
Gerade Qualitätsprodukte werden immer noch vorrangig vom professionellen SHK-Handwerk über den Sanitärgroßhandel beim Kunden installiert: So verkaufen deutsche SHK-Hersteller 74,6 Prozent ihrer Markenprodukte an den Sanitärgroßhandel, die wiederum zu 90 Prozent an Installateure weiterverkauft werden. Bei Import-Produkten sieht das anders aus: Hier werden 41,7 Prozent an Baumärkte vertrieben, die wiederum zu 95,2 Prozent direkt an den Konsumenten weiterveräußert werden.
Zwar prognostiziert BRG für die Zukunft einen weiteren Anstieg des Internet-Handels im SHK-Bereich, doch wird dieser bis 2016 zu über 90 Prozent von Heimwerkern erwartet. „Internet-Händler konkurrieren deshalb in erster Linie mit den Baumarkt-Ketten um das Endverbraucher-Geschäft“, kommentiert Phieler. Denn für das SHK-Handwerk sind weiterhin die Vorteile vom regional vertretenen Sanitärgroßhandel wichtig. Dies ist vor allem im Anstieg des Renovierungssegments begründet. So weiß Benedikt Mahr, DG-Haustechnik Vorsitzender nur allzu gut: „Dabei wird sehr stark auf Qualität geachtet, und dieser Trend ist von Vorteil für den Großhandel.“ So bietet der Sanitärgroßhandel vor allem da Unterstützung, wo es um Komplexität wie beispielsweise dem barrierefreien Umbau geht.

















