Schwarzarbeit sinkend, doch problematisch

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Foto: Holger Rausch / pixelio.de

Die Schwarzarbeit stellt in der deutschen Wirtschaft immer noch ein großes Problem dar, auch wenn Zahlen belegen, dass die Entwicklung rückläufig ist. Gerade in der Baubranche kämpft man immer noch stark gegen die Schattenwirtschaft an und fordert hier dauerhaft häufigere Kontrollen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Leider werden noch zu viele Schlupflöcher genutzt, um eine langfristige und vor allem anhaltende Besserung zu erreichen.

Insbesondere in der Bauwirtschaft floriert die Schwarzarbeit nach wie vor, was die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) seit Jahren kritisiert. Für die IG BAU ist ganz klar, dass nur durch vermehrte Kontrollen eine dauerhafte Veränderung zu bewirken ist. Letztlich ist Abschreckung eine der wenigen, erfolgreichen Mittel im Kampf gegen die Schwarzarbeit. Die IG BAU ist sich dennoch aber auch bewusst darüber, dass eine Aufstockung des Personals bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) unausweichlich ist um langfristig aus der Schattenwirtschaft herauszukommen. Ohne das Aufstocken sind einfach zu wenige Kontrollen möglich und der Teufelskreis kann nicht durchbrochen werden.

Eines der stärksten Indizien, an denen die IG BAU die anhaltende Beschäftigung von Schwarzarbeitern festmacht, ist unter anderem die Anzahl der angestellten Minijobber in Betrieben der Bauwirtschaft. Die Betriebe selbst umgehen damit in aller Regel gerne den Mindestlohn, wie auch die zu entrichtenden Steuern und Sozialabgaben. Beschäftigt werden die Arbeiter dann aber meistens leider wie Vollzeitbeschäftigte samt Überstunden, die jedoch in diesen Fällen unbezahlt bleiben. Während Betriebe dabei Geld sparen, leiden die Arbeiter und die Gesamtwirtschaft unter der Situation.

Auch wenn das Thema Schwarzarbeit der deutschen Wirtschaft in den nächsten Jahren noch viel abverlangen wird, so ist es doch auch erfreulich, dass die aktuelle Situation zumindest die beste der letzten 20 Jahre ist. Immerhin lässt sich derzeit der niedrigste Stand seit 20 Jahren verzeichnen. Dies stimmt vor allem die Universität Linz und das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) positiv. Beide Institutionen werten dies nämlich durchaus als Zeichen einer langfristigen Veränderung. Trotz allem ist ihnen bewusst, dass immer noch zu viel Geld am Fiskus vorbei erwirtschaftet wird – immerhin jeder siebte Euro.

Bei aller Kritik, die natürlich durchaus berechtigt ist, schneidet Deutschland im europäischen Vergleich aber immer noch sehr gut ab. Während beispielsweise in Italien und Griechenland der Anteil der Schwarzarbeit bei 20 bis 25 Prozent liegt, sind es in Deutschland gerade einmal 13 Prozent. Das ist natürlich immer noch viel, aber mit den richtigen Maßnahmen langfristig zu bewältigen.

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