Steigende Baugenehmigungen, doch Trendwende bleibt fraglich

Foto: imagesourcecurated / envatoelements

Ein echter Hoffnungsschimmer für die kriselnde Bauwirtschaft: Die Zahl der Baugenehmigungen ist im August 2025 erstmals wieder leicht gestiegen. Doch trotz des Plus von 5,7 Prozent bleibt der Wohnungsbau weit hinter dem Bedarf zurück. Bauwirtschaft und Wohnungswirtschaft fordern nun schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und eine echte „Fast Lane“ fürs Wohnen, um die Trendwende einzuleiten und den Wohnraummangel in Deutschland endlich spürbar zu bekämpfen.

Im August 2025 zeigt sich am deutschen Wohnungsbaumarkt eine leichte Belebung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden rund 19.300 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch im Zeitraum von Januar bis August stiegen die Genehmigungen um 6,5 Prozent auf rund 151.200 Wohnungen. Doch von einer echten Trendwende kann keine Rede sein. Zu tief sitzt der Einbruch der vergangenen Jahre, zu groß bleibt die Lücke zwischen Bedarf und Realität. Trotz des Zuwachses bleibt das Niveau deutlich unter dem Stand aus dem Jahr 2021 und damit weit entfernt von den jährlich benötigten über 300.000 neuen Wohnungen. Denn während der Einfamilienhausbau mit einem Anstieg um 15,5 Prozent den größten Zuwachs verzeichnet, stagnierten die Genehmigungen im Mehrfamilienhausbau – dem zentralen Segment für bezahlbaren Wohnraum. Laut dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) liegt die Zahl der genehmigten Wohnungen im Geschosswohnungsbau „immer noch um rund 36 Prozent unter dem Niveau von 2021“. Das verdeutlicht, dass die Bautätigkeit zwar stabilisiert, aber noch längst nicht wieder auf dem erforderlichen Niveau angekommen ist.

Bauwirtschaft begrüßt leichte Erholung, warnt aber vor falscher Entwarnung

Die Bauverbände und die Wohnungswirtschaft bewerten die Zahlen ähnlich – mit verhaltenem Optimismus. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) spricht von einer „Stabilisierung der Nachfrage auf niedrigem Niveau“. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa betont: „Ein Bau-Turbo allein baut noch keine Häuser. Es sind die Menschen im Land.“ Er fordert mehr Unterstützung für Bauwillige durch verlässliche Zinsstützen und einfachere Bauvorschriften, insbesondere den Gebäudetyp E für kostengünstigeres Bauen.

Wohnungswirtschaft fordert „Fast Lane“ für den Wohnungsbau

Auch der GdW Bundesverband der Wohnungswirtschaft sieht im leichten Plus „ein erstes positives Signal“, warnt aber vor verfrühten Hoffnungen. Präsident Axel Gedaschko fordert eine „echte Fast Lane fürs Wohnen“ und mahnt strukturelle Reformen an. „Was bei Windrädern längst selbstverständlich ist, muss auch für bezahlbaren Wohnraum gelten“, so Gedaschko. Für ihn ist klar: Der aktuelle Bau-Turbo sei „in Wahrheit ein Bauland-Turbo“ – hilfreich, aber nur ein Teil der Lösung.

Mehr Förderung, weniger Bürokratie und schnellere Verfahren für mehr Baugenehmigungen gefordert

HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller lobt die verbesserten KfW-Förderkonditionen, sieht darin aber keinen Durchbruch: „Hierfür bräuchte es deutlich mehr Fördervolumen sowie mutige Einschnitte bei hemmenden und baukostentreibenden Normen.“ Die Branche stehe bereit, durch Digitalisierung und industrielle Bauweisen für mehr Effizienz zu sorgen. Doch ohne politische Entschlossenheit bleibe der Fortschritt aus. Denn alle Branchenvertreter sind sich einig: Der moderate Anstieg darf nicht über strukturelle Probleme hinwegtäuschen. Steigende Zinsen, hohe Baukosten und langwierige Genehmigungsverfahren bremsen die Erholung. Ohne konsequente Reformen und eine echte Priorisierung des Wohnungsbaus droht der zarte Aufwärtstrend schnell wieder zu verpuffen und der Wohnraummangel in Deutschland weiterzuwachsen.

Steigende Baugenehmigungen: Ist das schon die Trendwende am Bau?

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Ende 2024 soll es einen Bauüberhang von 759.700 genehmigten, noch nicht fertiggestellten Wohnungen gegeben haben.

Es könnte gebaut werden aber es rechnet sich nicht.

Es ist keine Frage der Förderprogramme, sondern eine Frage nach der Ineffizienz der Bauwirtschaft. Was nützt das Geld, wenn man dafür nur überteuerte Leistungen bekommt.

Subventionen aus Steuergeldern

Subventionen sind die Belohnung für das Versagen
(Dr. Markus Krall)

Es kann keine zukunftsfähige Lösung sein, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.

Die „Immobilisten für das Wohnen“ sollten nicht weiterhin sektenartig auf die Erleuchtung aus der Bauwirtschaft, sowie aus der Politik warten, bis jemand ein weißes Kaninchen aus dem Hut zaubert, sondern vorausschauend und strategisch denkend Investments eigenständig in disruptive Innovationen der Bau- und Immobilienwirtschaft tätigen.

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