Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland steigt wieder leicht an. Von Januar bis Juli 2025 wurden 131.800 Wohnungen genehmigt, im Juli allein 22.100. Das entspricht einem Plus von 30 Prozent. Trotz dieser Entwicklung bleibt der Wohnungsbau weit hinter dem Bedarf zurück. Vor allem im Geschosswohnungsbau reicht das Wachstum nicht aus, um die Wohnungsnot zu lindern. Die Bauwirtschaft fordert daher Investitionsanreize, schnellere Verfahren und klare Förderpolitik, um aus dem Hoffnungsschimmer eine echte Trendwende zu machen.
Die jüngsten Zahlen der zuletzt ziemlich unter Druck geratenen Baugenehmigungen deuten mittlerweile auf eine leichte Erholung hin. Doch von einem nachhaltigen Aufschwung kann derzeit noch immer nicht die Rede sein. So wurden laut den aktuellen Daten vom Statistischen Bundesamt von Januar bis Juli 2025 rund 131.800 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im Juli lag die Zahl mit 22.100 Genehmigungen sogar fast ein Drittel über dem Vorjahresmonat. Angesichts der massiven Rückgänge der letzten Jahre bewegen sich die Werte jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau. Und während beim Einfamilienhausbau ein Aufwärtstrend erkennbar ist, bleibt der dringend benötigte Geschosswohnungsbau weit hinter den Anforderungen zurück. „Der Wohnungsbau springt noch nicht nachhaltig an“, erklärt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB). „Aber es gibt einen ersten Hoffnungsschimmer.“ Besonders beim Eigenheim zeigt sich eine positive Entwicklung: Mit 25.400 Genehmigungen in den ersten sieben Monaten liegt das Segment rund 15 Prozent über dem Vorjahr. Dennoch bleibt das Niveau im Vergleich zum Jahr 2020 um die Hälfte niedriger. Im Mehrfamilienhausbau, der für die Versorgung der Städte zentral ist, beträgt das Plus lediglich 5,6 Prozent.
Zuwachs an Baugenehmigungen vor allem im Mehrfamilienhausbau
Damit trugen vor allem die Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser im Juli zum deutlichen Monatsplus bei. „Das Statistische Bundesamt meldet für den Juli einen Anstieg der Baugenehmigungen um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das ist vorwiegend einem Zuwachs bei den Genehmigungen im Mehrfamilienhausbau zuzuschreiben“, bestätigt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Mit fast 12.000 genehmigten Wohnungen liegt der Anstieg bei rund 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch betont Pakleppa, dass die Bautätigkeit insgesamt schwach bleibe und die Politik dringend Investitionsanreize setzen müsse.
Forderung nach klaren politischen Rahmenbedingungen
Auch der GdW, der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft, sieht noch erheblichen Handlungsbedarf. „Die aktuellen Genehmigungszahlen zeigen eine leichte Erholung, aber von einem echten Wendepunkt im Wohnungsbau sind wir noch weit entfernt“, urteilt GdW-Präsident Axel Gedaschko. Vor allem in den Ballungsräumen fehle es weiterhin an bezahlbaren Mietwohnungen. Der Verband fordert einen „echten Bau-Turbo“, der Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und Investitionen verlässlich absichert.
Hoffnung, aber keine Entwarnung im Wohnungsbau
Damit ist sich die Bauwirtschaft einig: Die leichte Aufwärtsbewegung bei den Genehmigungen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Baubranche noch immer in einer schwierigen Lage befinde. Ob sich aus dem ersten Plus eine Trendwende entwickelt, hängt maßgeblich von der politischen Unterstützung ab. „In den Verhandlungen für den Bundeshaushalt 2026 müssen jetzt die finanziellen Vorkehrungen für die vielen guten Ansätze aus dem Koalitionsvertrag getroffen werden“, fordert Müller. Damit bleibt die Bauwirtschaft zwar vorsichtig optimistisch, doch die zentralen Herausforderungen, nämlich die steigenden Kosten, fehlenden Anreize und lange Verfahren, sind weiterhin ungelöst. Nur mit einer verlässlichen Förderpolitik und klaren Rahmenbedingungen könne aus dem Hoffnungsschimmer eine echte Trendwende werden.

















