Teure Baggerschäden: Leitungsschäden sorgen für hohe Kosten

Foto: duallogic / envatoelements

Der neue Bauschadenbericht zeigt, warum Leitungsschäden im Tiefbau zu den teuersten Risiken am Bau zählen. Oft durch Bagger verursacht, betreffen über 85 Prozent der Schäden Leitungen und führen zu Verzögerungen bei wichtigen Infrastrukturprojekten. Gerade wegen des starken Fokus auf Infrastruktursanierungen sind Schäden im Tiefbau heute bedeutender denn je. Die Auswertung von mehr als 27.000 Schadendaten liefert konkrete Ansätze, wie Bauunternehmen mit besserer Planung, digitaler Leitungsrecherche und Qualifizierung Schäden vermeiden und Kosten senken können.

Der Bauschadenbericht 2024/25 der VHV Gruppe rückt ein Problem in den Fokus, das auf deutschen Baustellen seit Jahren für hohe Kosten und Verzögerungen sorgt: Leitungsschäden im Tiefbau. Unter dem Titel „Zukunftsfähige Infrastruktur“ liefert die aktuelle Ausgabe umfassende Analysen zu Ursachen und Folgen dieser Schäden und gibt konkrete Empfehlungen, wie Bauprojekte sicherer und effizienter durchgeführt werden können. Grundlage des Berichts sind mehr als 27.000 anonymisierte Schadendaten aus den Jahren 2019 bis 2023, die das Institut für Bauforschung (IFB) gemeinsam mit der VHV Allgemeine Versicherung ausgewertet hat. Dabei stehen Schäden an Glasfaserkabeln, Wasser-, Gas- und Stromleitungen sowie Schäden an Verkehrswegen und am Baugrund im Mittelpunkt. Die Untersuchung zeigt, dass über 85 Prozent aller Schäden im Tiefbau auf beschädigte Leitungen entfallen. Der größte Anteil der Schäden entfällt auf Kommunikationsleitungen, so betreffen fast 60 Prozent aller Schäden Glasfaser- oder andere Kommunikationskabel. Hauptursache ist nach wie vor der Einsatz von Baggern und anderen Maschinen, die beim Aushub Leitungen treffen. Mehr als die Hälfte aller Schäden entstehen auf diese Weise. Weitere Gründe sind Montagefehler oder mangelnde Bauüberwachung.

Leitungsrecherchen und digitale Werkzeuge gegen Leitungsschäden

„Das Thema Infrastruktur ist ein Dauerbrenner: Nach wie vor gibt es zu viele sanierungsbedürftige Brücken, Straßen und Schienen in Deutschland“, betont VHV-Sprecher Sebastian Reddemann. „Sie stellen ein echtes Risiko dar. Die Politik hat verstanden, dass wir hier Investitionen brauchen und ein entsprechendes Sondervermögen bereitgestellt.“ Gleichzeitig macht er deutlich, dass es bei künftigen Bauvorhaben entscheidend sei, Leitungsschäden zu vermeiden. Schäden an Leitungen zählten zu den häufigsten Problemen im Tiefbau und bei Infrastrukturprojekten. Sie seien gefährlich, verursachten hohe Kosten, führten oft zu Folgeschäden und verzögerten Bauvorhaben erheblich – gerade dort, wo eigentlich Tempo gefragt sei. Mit dem VHV-Bauschadenbericht solle ein Beitrag dazu geleistet werden, solche Schäden künftig zu verhindern. Doch die aktuelle Ausgabe zeigt nicht nur Risiken auf, sondern auch Maßnahmen zur Schadensprävention. Neben einer gezielten Qualifizierung der Fachkräfte spielen digitale Leitungsrecherchen eine zentrale Rolle. Systeme wie das Bundesweite Informationssystem für Leitungsrecherchen (BIL) oder die Verschwendungs-, Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (VFMEA) sollen helfen, die Position von Leitungen exakt zu ermitteln und Fehler zu vermeiden.

Qualifizierung und Koordination im Tiefbau im Fokus

„Wir sind seit über 100 Jahren verlässlicher Partner der Bauwirtschaft und möchten mit dem VHV-Bauschadenbericht unsere Kunden bei der Schadenvermeidung unterstützen. Unsere Daten zeigen, wo Hebel zur Prävention liegen“, so Reddemann weiter. Eine bessere Koordination der am Bau Beteiligten, kontinuierliche Bauüberwachung und moderne Ausbildungen gelten als entscheidende Bausteine, um die Sicherheit bei Tiefbauprojekten nachhaltig zu erhöhen. Der als E-Book erschienene VHV-Bauschadenbericht 2024/25 soll Bauunternehmen, Planern und Infrastrukturbetreibern ein praxisnahes Werkzeug bieten, um Leitungs- und Bauschäden in Zukunft deutlich zu reduzieren.

Wenn der Bagger die Leitung trifft – woran liegt’s wirklich?

Kommentare

4.5 2 Bewertungen
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse Übersicht 2026

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2026 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.