Deutschlands Infrastruktur steht vor dem Kollaps: Eine aktuelle Studie deckt erschreckende Zahlen auf. Sanierungsbedürftige Straßen, marode Brücken und massive Funklöcher bringen Deutschland an seine Grenzen. Denn der Investitionsstau ist eine Bedrohung für Wirtschaft und Bürger. Schon lange reichen die staatlichen Investitionen nicht aus, um den Bestand zu sichern. Die Bauwirtschaft fordert alternative Finanzierungsmodelle, um das dringend benötigte Kapital zu sichern. Es wird Zeit, dass die Politik die Zeichen erkennt.
Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist erheblich unterfinanziert und durch einen massiven Investitionsstau gekennzeichnet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Walter-Eucken-Instituts, das der Frage der Beschaffenheit der Infrastruktur auf den Grund gegangen ist. Dabei hat der renommierte Ökonom Lars Feld, der auch Bundesfinanzminister Lindner berät, den aktuellen Zustand der deutschen Infrastruktur untersucht. Das Ergebnis ist regelrecht ernüchternd. Eine Vielzahl an Straßen und Schienen sind sanierungsbedürftig, tausende Brücken marode und bei der Mobilfunkversorgung gibt es zahlreiche Funklöcher. „Deutschlands Infrastruktur lebt fast nur noch von der Substanz“, fasst der Wirtschaftsprofessor der Universität Freiburg den Investitionsstau zusammen. Der Investitionsbedarf beträgt allein für die Bundesfernstraßen und Autobahnen 57 Milliarden Euro für die Jahre 2025 bis 2028. Um das bestehende Schienennetz in Schuss zu halten, werden rund 63 Milliarden Euro bis zum Jahr 2027 gebraucht. Mittelfristig wird für die Energieinfrastruktur ebenfalls Geld benötigt. Hier liegt der Finanzierungsbedarf bei 272 Milliarden Euro.
Investitionsstau gefährdet Infrastruktur und Wirtschaft
Schon lange reichen die staatlichen Investitionen in Schiene, Wasserstraßen und Straßen nicht mehr aus. „Wir könnten uns freuen, dass jetzt auch wissenschaftlich bestätigt ist, wovor wir schon seit Jahren warnen“, kommentiert Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB), die Studie. „Aber das ist ein Horrorergebnis für die deutsche Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land.“ Der Verband fordert schon lange, endlich den Investitionsstau zu beenden und die Investitionen langfristig zu erhöhen. Laut Gilka sei allerdings bis jetzt nichts passiert, um die Situation zu verbessern.
Bauwirtschaft fordert alternative Finanzierung gegen Infrastrukturchaos
Wenn die Politik nicht endlich die Zeichen erkennt und etwas gegen den Investitionsstau macht, führt dies zwangsläufig in ein Chaos. Der BVMB fordert deshalb alternative Finanzierungsmodelle. Zum Beispiel könnten private Investoren in einen Infrastrukturfonds investieren, um den Investitionsstau zu beenden. Das birgt natürlich auch Risiken, denn private Investoren hegen Renditeerwartungen. Sollten Reparaturen anstehen, würden diese nicht erfolgen, um die Renditeerwartungen der Investoren nicht zu enttäuschen. Trotzdem müsse laut Gilka etwas geschehen, da das Land ansonsten gegen die Wand gefahren wird. Der Investitionsstau muss endlich beendet werden.

















