Alarmierende Zahlen: Infrastruktur mit hohem Investitionsbedarf

Foto: astrakanimages / envatoelements

Zur Sicherstellung der Mobilität der Gesellschaft gehören funktionsfähige Verkehrsnetze. Trotzdem hat ein Drittel der Straßen erhebliche Mängel, und fast jede zweite Brücke ist von schlechter Beschaffenheit. Das ergab eine aktuelle Studie zum Zustand der kommunalen Verkehrsinfrastruktur. Doch auch beim städtischen ÖPNV besteht im unterirdischen Netz erheblicher Investitionsbedarf. Insgesamt besteht ein Nachhol- und Ersatzbedarf in Höhe von 372 Milliarden Euro. Die Bauindustrie steht bereit, die Infrastruktur zu verbessern.

Kommunalen Verkehrsnetze sorgen dafür, dass die Menschen mobil sind. Das geschieht auch im Einklang mit den Klimaschutzzielen. Die Kommunen werden jedoch vor eine große Herausforderung gestellt. Denn ohne eine finanzielle Unterstützung durch den Bund und die Länder sind Modernisierungen und der Neu- und Ausbau nicht zu gewährleisten.

Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie zur Infrastruktur

Zur Sicherstellung der Modernisierungsmaßnahmen ist es daher unausweichlich, Kenntnisse über den Zustand der Netze zu haben. Aus diesem Grund hat das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und dem Allgemeinen Deutschen Automobil Club (ADAC) den aktuellen baulichen Zustand der kommunalen Infrastruktur untersucht. Dabei hat die Studie unter anderem ergeben, dass der Investitionsbedarf für die Infrastruktur bis zum Jahr 2030 rund 372 Milliarden Euro beträgt. Zwei Drittel der Kommunen sind demnach um den Zustand ihrer bestehenden Streckennetze für alle Verkehrsträger besorgt, ein Drittel der knapp 714.000 Kilometer langen Straßen weist größere Mängel auf. Im 3.600 Kilometer langen Straßenbrückennetz sieht es nicht besser aus: Die Hälfte der Brücken ist in einem schlechten Zustand. Daher entfällt der größte Investitionsbedarf mit rund 283 Milliarden Euro auf den Nachhol- und Ersatzbedarf der Straßenverkehrsinfrastruktur der Kommunen. Zwar sind die Brücken und Tunnel im ÖPNV im Vergleich besser erhalten und sogar zu etwa zwei Drittel neuwertig oder in einem guten Zustand. Trotzdem müssen für unterirdische U-Bahn- sowie Stadt- und Straßenbahnstrecken der größte Teil der erforderlichen Investitionen in Höhe von 64 Milliarden Euro aufgewendet werden. Denn das U-Bahn-Netz umfasst 900 Kilometer Gleise und das Straßenbahn-Netz 6.320 Kilometer. 451 Kilometer der Gleise verlaufen unterirdisch.

Besorgniserregender Zustand erfordert hohen Investitionsbedarf

Da die städtischen ÖPNV-Netze im Vergleich zu den kommunalen Straßennetzen deutlich kleiner sind, seien die Ergebnisse von Straße und ÖPNV in ihrer Brisanz durchaus vergleichbar. “Wir haben als VDV immer betont, dass der angestrebte Fahrgastzuwachs und die Verlagerung auf den ÖPNV vor allem dann nachhaltig funktioniert, wenn das Angebot für die Menschen attraktiv genug ist“, kommentiert VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff den besorgniserregenden Zustand der kommunalen Verkehrsinfrastruktur. Auch HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller betont wesentliche Grundbedürfnisse, die individuelle Mobilität und die Verbindung von Stadt und Land. “Eine gesunde Verkehrsinfrastruktur ist essenziell für unsere Gesellschaft und Wirtschaft”, so Müller. “Wir brauchen deshalb einen Verkehrsplan für Deutschland, der nicht in Legislaturperioden und regionalen Zuständigkeiten denkt, sondern den flächendeckenden Verkehr ermöglicht“. Denn sowohl die individuelle Nutzung als auch die Verwendung zur Ver- und Entsorgung oder zur Erreichbarkeit für Rettungskräfte erfordert intakte kommunale Verkehrswege und Brücken, erklärt Stefan Gerwens, Leiter vom Ressort Verkehr im ADAC. “Ein guter Zustand von Straßen ist außerdem für die Verkehrssicherheit entscheidend, denn Schlaglöcher stellen für jeden Zweiradfahrer ein erhebliches Sturzrisiko dar und sind nicht nur eine Frage des Komforts“, ergänzt Gerwens. So macht die Studie deutlich, wie wichtig Investitionen für die Infrastruktur sind.

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