Nachhaltigkeit verliert vor allem im SHK-Handwerk an Boden: Laut einer aktuellen Studie sinkt besonders bei kleinen Betrieben der Anteil nachhaltiger Projekte deutlich. Trotz Wärmepumpen-Boom und effizienter Sanitärtechnik bremsen hohe Kosten und Marktunsicherheiten die grüne Transformation. Biomasse bleibt immer noch ein Randthema. Damit steht die Branche am Scheideweg: Zwischen stagnierender Nachfrage und langfristigen Klimazielen wird strategisches Umdenken zur Pflicht.
Nachhaltigkeit bleibt im SHK-Handwerk ein relevantes Thema, verliert jedoch spürbar an Dynamik. Das zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult unter 125 SHK-Betrieben in Deutschland. Dabei vermittelt die Studie ein geteiltes Bild: Während Nachhaltigkeit im SHK-Bereich nach wie vor technologisch vielfältig interpretiert wird, dämpfen wirtschaftliche Unsicherheiten aktuell die Umsetzung im Alltag der Betriebe. So sind zwar Wärmepumpen und Solarthermie nach wie vor gefragt, doch die Bedeutung umweltfreundlicher Lösungen in der Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik ist insgesamt gesunken. Besonders kleine und mittlere Betriebe sehen sich zunehmend mit preissensiblen Kunden und unsicherer Auftragslage konfrontiert. Das ist ein herber Rückschlag für die nachhaltige Transformation im Bauhandwerk. Demnach enthält laut der Studie nur noch ein Drittel der aktuellen Projekte nachhaltige Komponenten. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zur vorherigen Erhebung, bei der noch 42 Prozent der Bauvorhaben auf Umweltfreundlichkeit setzten. Für die Branche bleibt es daher entscheidend, das Thema nicht aus den Augen zu verlieren und gezielt in zukunftssichere Lösungen zu investieren.
Nachhaltigkeit ist mehr als nur Wärmepumpe und Solarthermie
Der Trend zur Nachhaltigkeit verliert insbesondere bei kleinen Betrieben an Zugkraft, da ihre Kunden angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten zunehmend günstigere Alternativen bevorzugen. Dennoch zeigt die Studie: Nachhaltigkeit im SHK-Bereich geht über klassische Heizsysteme hinaus. Zwar dominieren mit 48 Prozent aller Nennungen immer noch Wärmepumpen und mit 35 Prozent Solarthermie, doch auch wassersparende Armaturen und Wärmerückgewinnungslösungen zählen inzwischen zum festen Repertoire vieler Installateure. Innovative Sanitärtechnik wie optimierte Duschköpfe oder Strahlregler finden ebenso ihren Weg auf die Baustellen wie Lüftungssysteme mit energetischer Rückgewinnung.
Biomasse ist immer noch ein Nischenthema
Bemerkenswert ist, dass trotz politischer Förderung kaum Aufwind für das Heizen mit Pellets zu verzeichnen ist. Nur vier Prozent der befragten Betriebe nennen Biomassekessel als bevorzugte nachhaltige Lösung. Das ist sogar weniger als bei konventionellen Gasheizungen. Die Hoffnung auf einen Schub durch die GEG-Novelle hat sich bisher nicht erfüllt.
Nachhaltige Konzepte bleiben strategisch bedeutsam
Auch wenn die Investitionsfreude in nachhaltige Gebäudetechnik aktuell nachlässt, bleibt das Thema strategisch relevant. Hersteller sind gut beraten, ihre Angebote und Kommunikationsstrategien auf die langfristige Bedeutung ökologischer Lösungen auszurichten. Denn die EU-Nullemissionsziele behalten ihre Gültigkeit und mit ihnen die Notwendigkeit für nachhaltige Konzepte in Bau und Gebäudetechnik.

















