Übergangsfrist endet: Neue Gerüstbau-Regel ab Juli 2024

Foto: Roland Riethmüller

Bald ist Stichtag, denn ab Juli 2024 gelten für den Gerüstbau neue Regeln. Die Sicherheit und der Schutz sollen damit verstärkt werden. Denn ab diesem Zeitpunkt dürfen nur noch Gerüste von Gerüstbauern für Dritte aufgebaut werden, wenn diese in der Handwerksrolle eingetragen sind. Damit entfällt auch die Übergangslösung. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. So ist es bestimmten Handwerken auch weiterhin erlaubt, Gerüste aufzustellen, wenn diese für die Arbeit benötigt werden.

Im Gerüstbau gelten ab Juli 2024 neue Regeln für das Aufstellen der Gerüste. Ohne eine Ausübungsberechtigung ist der Aufbau nicht mehr uneingeschränkt zulässig. Die Handwerkskammer Mannheim Rhein Neckar-Odenwald betont, dass ab diesem Zeitpunkt nur noch in der Handwerksrolle eingetragene Gerüstbauer die Gerüste für Dritte aufstellen dürfen. Damit wird eine Übergangslösung aufgehoben, die seit dem Jahr 1998 galt. Denn seitdem ist der Beruf des Gerüstbauers meisterpflichtig. „Schon damals sollte der besonderen Verantwortung von Gerüstbauern Rechnung getragen werden“, erläutert Jan-Christoph Henning, Geschäftsführer und Leiter der Handwerksrolle der Mannheimer Handwerkskammer. Das bedeutet, wer sich in diesem Beruf selbstständig machen will, braucht einen Meistertitel.

Vorgehensweise in der Praxis im Gerüstbau

Die übliche Arbeitspraxis im Gerüstbau bei vielen Handwerksberufen erfordert aber eine schnelle Verfügbarkeit von Gerüsten. Der Dachdecker muss auf das Dach, der Stuckateur an die Decke und auch der Glaser braucht ein Gerüst. Deshalb hatte der Gesetzgeber einst diese Übergangsregelung im Gerüstbau vorgesehen. Obwohl sie das Gerüst nicht selbst genutzt hatten, durften die Betriebe Gerüste aufstellen. Nach dem 1. Juli 2024 ist das nicht mehr ohne weiteres möglich. 

Aufbau von Gerüsten für gewerkeübergreifende Tätigkeiten

Es gibt jedoch auch wieder Ausnahmen im Gerüstbau. So ist es bestimmten Handwerken trotzdem erlaubt, Arbeits- und Schutzgerüste aufzustellen, sofern sie diese für ihre eigene Arbeit brauchen. Das gilt auch, wenn Dritten das Gerüst mit überlassen wird, sofern das im Zusammenhang mit der eigenen Arbeit erforderlich ist. Das betrifft beispielsweise gewerkeübergreifenden Arbeiten. Diese Situation kommt sehr oft am Bau vor. In der Praxis dürfen dadurch Maler, Lackierer, Schornsteinfeger, Stuckateure und Metallbauer auch weiterhin in Ausübung ihrer eigenen Arbeit Gerüste aufstellen. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, können somit auch Betriebe, die nicht in der Handwerkerrolle eingetragen sind, nach dem 1. Juli 2024 Gerüste für Dritte aufstellen.

Gerüstbau nur noch durch Gerüstbauer?

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