US-Bauwirtschaft beklagt auch Arbeitskräftemangel

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Dass in Deutschland ein Fachkräftemangel vorherrscht ist inzwischen jedem bekannt. Doch auch andere Länder in der Welt kämpfen mit solchen Problemen. Vor allem in den USA muss die Bauwirtschaft erkennen, dass sie nunmehr nicht mehr genügend Arbeitskräfte haben, um die neuen Auftragseingänge zu bewältigen. Daran wird deutlich, wie wichtig die Sicherung von Arbeitsplätzen im Grunde ist. Auch in wirtschaftlich angeschlagenen Zeiten.

Weltweit mussten viele, eigentlich alle Nationen, unter der Immobilien- und damit verbunden Finanzkrise leiden. Auch die USA mussten harte Rückschläge hinnehmen, viele Menschen in der Bauwirtschaft entlassen. Inzwischen zieht die Auftragslage in diesem Sektor aber wieder an und die nötigen Arbeitskräfte fehlen umso mehr.

So erfreulich es auch ist, dass der Immobilienmarkt in den USA sich wieder berappelt, neue Investitionen für Bauaufträge generiert werden. So erschreckend ist aber, dass man nicht in der Lage ist, diese Aufträge zu erfüllen. Der Grund ist schlicht und einfach, dass nicht ausreichend Beschäftigte vorhanden sind, die die Arbeiten ausführen können. Dazu kommt, dass die Baufirmen auch wirtschaftlich nicht mehr in der Position sind, heute die gleichen Gehälter zu zahlen wie vor der Wirtschaftskrise.

Die amerikanische Bauwirtschaft hat bei dem momentanen Arbeitskräftemangel vor allem das Problem, dass viele ehemalige Angestellte heute nicht mehr in dieser Branche tätig und daher schwer abzuwerben sind.  Aufgrund der langen Rezession mussten die Arbeitnehmer andere Wege finden, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Einige konnten dabei sogar bessere Löhne erzielen als sie sie heute bei den Bauunternehmen bekommen würden. Das Geld sitzt einfach nicht mehr so locker in der Branche. Dazu kommt, dass eine Vielzahl der Beschäftigten in der Zwischenzeit das Rentenalter erreicht hat.

Betrachtet man die Entwicklung einmal genauer, wird das Missverhältnis deutlich. Noch im Februar 2006 waren allein in Kalifornien insgesamt 945.100 Menschen in der Bauwirtschaft beschäftigt. Im September 2010 waren es nur noch 544.700 Arbeitnehmer, also 42 Prozent weniger. Zwar wurden seitdem Neueinstellungen vorgenommen, dennoch liegt der Wert derzeit gerade einmal bei 620.400 Beschäftigten.

Das Platzen der Immobilienblase hat in den USA erhebliche wirtschaftliche Schäden hinterlassen, die so leicht nicht mehr zu beheben sind. Zum einen liegt das an den genannten Umständen, doch zu einem anderen Teil bestimmt auch an mangelndem Vertrauen. Die Menschen mussten erfahren, wie schnell es anders sein kann und wie lang eine Durststrecke sein kann. Viele Arbeitnehmer haben darüber hinaus den Energiesektor für sich entdeckt. Dieser ist den USA nicht nur schnell wachsend, sondern auch wesentlich besser bezahlt als der Bausektor.

Betrachtet man die Entwicklung in den USA, die ja wie Deutschland eine Wirtschaftsmacht darstellen, wird einem bewusst, wie wichtig der Erhalt von Fachkräften ist. Auch in wirtschaftlichen schlechten Zeiten sollten Arbeitgeber daher versuchen, ihre Beschäftigten zu halten. Am Ende sind sie es schließlich, die einen ganz wichtigen Beitrag leisten, wenn die Wirtschaft wieder anzieht.

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