Auch die zweite Runde der Tarifverhandlung im Dachdeckerhandwerk ist vor zwei Wochen ohne Ergebnis geschlossen und auf Ende August vertagt worden. Die Industriegewerkschaft Bau-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert eine 5,8 prozentige Steigerung vom Tariflohn der Dachdecker. Die Vertreter des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) lehnen dies ab, genauso wie die Finanzierung eines Innovationsfonds zur Erhöhung der Branchen-Attraktivität.
Mitte Juli sind die Tarifparteien im Dachdeckerhandwerk in Weimar zusammengetroffen, um den Tariflohn und die Ausbildungsvergütung für die rund 80.000 Dachdecker neu zu verhandeln. Doch erneut konnte keine Einigung erzielt werden. Das erste Gespräch am 18. Juni 2014 war bereits ergebnislos vertagt worden, da die Arbeitgebervertreter kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten.
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert 5,8 Prozent mehr Tariflohn für ihre Dachdecker. Darüber hinaus wünscht sich der Arbeitnehmer-Vertreter den Aufbau eines Innovationsfonds bei der Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks. „Die Branche muss für den Nachwuchs attraktiver werden und die Fachkräfte müssen auch im Alter gehalten werden“, sagt Arbeitnehmer-Verhandlungsführer und stellvertretender IG BAU-Bundesvorsitzender Dietmar Schäfers. Dafür seien vor allem Maßnahmen zur Weiterbildung, die Einrichtung altersgerechter Arbeitsplätze und die Einführung eines sozialverträglichen Übergangs in die Rente notwendig. Laut Aussage der IG BAU arbeitet aufgrund der hohen Belastung kaum ein Dachdecker bis zum Renteneintritt mit 65 Jahren. „Gut jeder zweite ist vor der Altersrente auf eine viel zu geringe Erwerbsminderungsrente angewiesen. Und im Schnitt ist ein Dachdecker erst 53 Jahre alt, wenn er erstmals die Erwerbsminderungsrente bezieht“, betont Schäfers.
Als neuer Termin zur Verhandlung um einen neuen Tariflohn für Dachdecker und zukunftsorientierte Bedingungen wurde der 22. August 2014 in Frankfurt/Main festgesetzt.

















