Zirkuläres Bauen: Warum die Bauwirtschaft jetzt handeln muss

Foto: duallogic / envatoelements

Für eine nachhaltige Baukultur ist eine Neuausrichtung der Bauwirtschaft mit einem Wandel von der Entsorgung zur Versorgung erforderlich. Steigende Rohstoffpreise, strengere Klimaziele und volle Deponien machen zirkuläres Bauen zunehmend zur Notwendigkeit. Doch bürokratische Hürden und fehlende Anreize bremsen die Transformation. Ein digitaler Produktpass, klare Recycling-Standards und gesetzliche Förderung könnten den Wandel beschleunigen.

Die Bauwirtschaft steht vor einem Paradigmenwechsel. Ohne eine konsequente Umstellung auf zirkuläres Bauen drohen steigende Kosten, Rohstoffengpässe und eine verfehlte Klimapolitik. Trotzdem bleibe die Transformation der Bauwirtschaft hin zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft in Deutschland immer noch weit hinter den Möglichkeiten zurück. Insbesondere die bestehenden Bauordnungen und das Abfallrecht erschweren den Einsatz kreislauffähiger Baustoffe. „Abriss wird steuerlich gefördert, während nachhaltige Sanierungen ordnungspolitisch erschwert werden. Das muss sich ändern“, fordert Thomas Welter, Geschäftsführer des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) im Rahmen einer Interessengemeinschaft aus Verbänden und Unternehmen der Bauwirtschaft. Eine Reform dieser Rahmenbedingungen sei daher entscheidend, um den Baustoffkreislauf zu schließen und Recyclingmaterialien in der Bauwirtschaft zu etablieren. Ein entscheidender Hebel liege in der Einführung eines digitalen Produktpasses, der die Materialzusammensetzung transparent macht und die Wiederverwendung von Bauteilen erleichtert. Ebenso notwendig ist eine rechtssichere Definition des Abfallendes, um Recyclingmaterialien als gleichwertige Baustoffe in den Markt zu integrieren. Mehrere Experten aus der Branche fordern daher eine verbindliche Aufnahme von Sekundärrohstoffen in Normen und eine klare Bevorzugung nachhaltiger Baustoffe in öffentlichen Ausschreibungen.

Zirkuläres Bauen als Schlüssel zur Klimaneutralität 

Die Bauwirtschaft ist einer der größten Rohstoffverbraucher und Verursacher von CO2-Emissionen. Der Übergang zu einer zirkulären Bauweise ist daher essenziell, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Durch eine konsequente Wiederverwendung von Materialien und die Entwicklung neuer kreislauffähiger Baustoffe lassen sich erhebliche Mengen an Ressourcen einsparen. Dabei ermöglichen innovative Konzepte wie der von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) entwickelte Gebäuderessourcenpass, Materialien über den gesamten Lebenszyklus zu dokumentieren und deren Wiederverwendbarkeit zu sichern. Auch das Cradle-to-Cradle-Prinzip setzt neue Maßstäbe für eine nachhaltige Produktgestaltung. Dennoch bleibt die praktische Umsetzung hinter den Erwartungen zurück. Die Politik muss hier mit gezielten Fördermaßnahmen und verbindlichen Vorgaben nachsteuern.

Baustoffindustrie in der Verantwortung 

Die Baustoffbranche spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. Unternehmen setzen zunehmend auf ressourcenschonende Materialien und entwickeln innovative Baustoffe mit hohem Sekundärrohstoffanteil. Dennoch fehlt es an Marktdurchdringung und wirtschaftlichen Anreizen, um diese Produkte wettbewerbsfähig zu machen. Gleichzeitig warnen Experten vor einem Engpass an Deponiekapazitäten und einer Verknappung wichtiger Rohstoffe wie Sand. Eine nachhaltige Nutzung vorhandener Ressourcen ist daher unvermeidlich. Die Bundesregierung ist gefordert, die Kreislaufwirtschaft in der Bauwirtschaft durch gezielte Maßnahmen zu stärken und die Rahmenbedingungen für eine ressourcenschonende Zukunft zu schaffen.

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LÖiebe Bauindustrie. Das ist alles gut daher gesagt, kann aber nicht durchgesetzt werden, wenn die Behörden vor Ort die Schritte nicht mitmachen oder sogar blockieren. Das fängt schon mit den vereinfachten Verfahren einer Baugenehmigung an, wo als Beispiel der Kampfmittelräumdienst angefragt werden muss und dadurch ein solches Verfahren verhindert wird. Die Bürokratie in unserem Land, dass sich wichtig nehmen der einzelnen Personen oder Entscheider in den Behörden muss erstmal in eine ordentliche Bahn gebracht werden. Dann kann man alles andere ansteuern… ich habe weitere Beispiele, wenn ihr mir nicht glaubt…

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