Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird immer angespannter. Wer nur glaubt, dies läge an der vorherrschenden Euro-Krise, der irrt. Trotz der wirtschaftlichen Lage gibt es in den Unternehmen immer noch viele offene Stellen, die einfach nicht nachbesetzt werden können. Ein Mangel an Bewerbern ist selbstverständlich ein Grund, jedoch nicht der einzige. Immer öfter fehlen den Bewerbern auch notwenige Fach- oder Sozialkompetenzen.
Die Euro-Krise trifft auch Deutschland immer stärker, dennoch läuft der Arbeitsmarkt noch recht gut. Das allein hilft aber nicht dabei, da nicht genügend Fachkräfte vorhanden scheinen, die diese Lücke schließen könnten. Im Gegenteil, die deutschen Unternehmen beklagen immer wieder, dass sie zu wenig Interessenten für die ausgeschriebenen Vakanzen vorweisen können. Immerhin ein Drittel der Betriebe interpretiert die Lage so.
Sind dann erst einmal Bewerber gefunden und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, zeigen sich weitere Defizite. Eine Vielzahl an potenziellen Kandidaten weisen mangelnde Fach- und Sozialkompetenz auf. Trotz diesem Ungleichgewicht sind aber viele Unternehmen davon überzeugt, dass sich ihre Wirtschaftlichkeit davon nicht negativ beeinflussen lässt. Lediglich ein Viertel glaubt an negative Folgen durch fehlgeschlagene Rekrutierungsversuche.
Für den Personalberater ManpowerGroup ist sicher, dass auch Unternehmen umdenken müssen und zwar von Beginn der Suche nach geeigneten Beschäftigten an. „Personalverantwortliche sollten schon in den Stellenausschreibungen bewusst Bewerber ansprechen, die nicht zu 100 Prozent dem Idealprofil entsprechen. Talenten, die wesentliche Qualifikationen mitbringen und lernwillig sind, sollte die Möglichkeit gegeben werden, durch gezielte Trainings oder Mentoren-Programme in die Positionen hineinzuwachsen“, sagt Vera Calasan, Vorsitzende der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.
Nicht nur, dass die Anforderungen der Unternehmen teilweise schon zu idealistisch gesetzt werden, so ist auch das Einzugsgebiet oftmals viel zu klein. Eine gezielte Suche innerhalb Deutschland über die eigene Region hinaus kann den Erfolg bei der Suche deutlich steigern. Unternehmen werden überrascht sein, wie viele Bewerber auch zu einem Umzug bereit sind, wenn das Angebot attraktiv ist. Viele Betriebe haben einfach noch nicht erkannt, dass unsere digitalisierte Welt wesentlich mehr als die klassische Zeitungsanzeige in der eigenen Region zu bieten hat.
Sind all diese Ratschläge befolgt, empfiehlt es sich auch, seine Personalabteilung aufzustocken. Es ist leider festzustellen, dass die Rekrutierung schon in der dafür zuständigen Abteilung eines Unternehmens beginnen sollte. Je mehr Mitarbeiter hier tätig sind, desto effizienter kann diese Abteilung auch wirken. Sofern man lieber externe Dienstleister für die Rekrutierung einsetzt, ist auch dies selbstverständlich ein praktikabler Weg.

















