Auch in Rheinland-Pfalz ist die Infrastruktur in einem schlechten Zustand. Der Heizenergiebedarf vieler öffentlicher Gebäude ist sehr hoch. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch das Budget. Die ersten Schulen im Bundesland werden bereits für die Zukunft fit gemacht. Die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach geht mit gutem Beispiel voran. Durch die serielle Sanierung sind energetische Modernisierungen schneller realisierbar und auch im laufenden Betrieb möglich.
Durch die serielle Sanierung können energetische Sanierungen wesentlich schneller und kostengünstiger umgesetzt werden. „Eine mehrjährige Pilotphase im Mehrfamilienhaussegment hat gezeigt, dass Energieeinsparungen von bis zu 90 Prozent möglich sind“, erklärt Christian Stolte, Bereichsleiter Klimaneutrale Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). „Selbst höchst ineffiziente Gebäude können mit seriellen Sanierungslösungen energetisch Neubauniveau erreichen.“ Dieses gewonnene Wissen wird jetzt auch auf andere Gebäude übertragen. Das sind hauptsächlich Schulen, Sporthallen, Verwaltungsgebäude und Kitas. Auch in Rheinland-Pfalz entsprechen die Schulen, Kitas und Turnhallen nicht mehr den modernen energetischen Standards. Unterstützt von der Deutschen Energie-Agentur (dena), der Energieagentur Rheinland-Pfalz und dem Holzbau-Cluster Rheinland-Pfalz werden daher derzeit die ersten Schulen energetisch saniert. Dabei ist die serielle Sanierung entweder im laufenden Betrieb oder während der Ferien geplant.
Serielle Sanierung – Ramstein-Miesenbach ist der Vorreiter
Die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach geht mit gutem Beispiel voran. Rund 7.500 Quadratmeter werden hier energetisch fit gemacht. Das Gebäude, das aus den frühen 1970er Jahren stammt, bekommt eine neue Hülle aus Holzbauweise. Außerdem erhält das Gebäude eine moderne Technik und auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage. Doch nicht nur die Realschule wird energetisch saniert, auch die Grundschule Georg-Meistermann in Wittlich bekommt eine serielle Sanierung.
Schnelle Amortisation durch Einsparungen und Fördermittel
Die EU- und Landesförderung deckt bis zu 90 Prozent der Kosten ab. Die Sanierungskosten der Realschule plus liegen bei 3,6 Millionen Euro. Der Eigenanteil beträgt somit 360.000 Euro. Dank der hohen Energieeinsparung amortisiert sich das schnell. „Aktuell stehen neue EFRE-Fördermittel für die energetische Sanierung von Schulen, Kitas und Turnhallen bereit“, freut sich Anja Simon, Fachmitarbeiterin für Energieeffiziente Gebäude bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz. „Die Einreichung ist noch bis zum 16. August 2024 möglich“. Gleichzeitig ermutigt sie alle Kommunen dazu, diese Fördergelder für die serielle Sanierung zu beantragen. Zusätzliche 250 Millionen Euro werden vom Land Rheinland-Pfalz bereitgestellt.

















