Nachdem die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) nun seit gut einem halben Jahr in Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern des Ostens von Deutschland stand, wurden diese nun kürzlich zum Scheitern erklärt. Damit steht nun möglicherweise ein erbitterter Arbeitskampf zur Durchsetzung der Forderungen der Gewerkschaft an. Andernfalls droht ein noch größeres Gefälle zwischen Ost- und Westlöhnen.
Die Tarifrunde Baustoffindustrie Ost ist aktuell gerade gescheitert, da man keine Einigkeit über die gestellten Forderungen seitens der IG BAU und den Arbeitgebern finden konnte. Beide Tarifpartner haben so sehr an ihren Vorstellungen festgehalten, dass es keine Chance auf einen Kompromiss geben konnte. Als einziges Bundesland im Osten könnte jedoch Sachsen doch noch eine Einigung erreichen. Allerdings nur, wenn man in dem bevorstehenden Spitzengespräch einen Konsens findet.
Die Forderungen der beteiligten Tarifpartner gingen wohl einfach zu weit auseinander, um zueinander zu finden. Während die IG BAU eine Lohnsteigerung von zehn Prozent, mindestens aber einen Euro pro Stunde ansetzte, waren die Arbeitgeber lediglich zu einem kleinen Zugeständnis gegenüber ihren gut 30.000 Beschäftigten bereit. Mehr als höchstens drei Prozent Lohnplus wollten sie keinesfalls veranschlagen. Für die IG BAU ist dieses Angebot nicht akzeptabel, fördere es doch schließlich eine noch größere Kluft zwischen den Ost- und Westlöhnen.
Um sich einmal eine Vorstellung zu machen, wie groß das Lohnniveau zwischen alten und neuen Bundesländern ist, muss man die Zahlen genauer betrachten. Der Ecklohn im Betonbereich in Mecklenburg-Vorpommern beträgt zum Beispiel gerade einmal 11,01 Euro/Stunde. In Schleswig-Holstein jedoch sind es 16,11 Euro/Stunde. Damit ist der Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern um 68 Prozent benachteiligt.
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