Die Handwerkskammern bemerken in letzter Zeit einen Anstieg von gefälschten Meisterbriefen. Doch in der Regel fällt der Betrug schnell auf, wenn die Meisterbriefe in die Handwerksrolle eingetragen werden sollen. Die Gründe für den Betrugsanstieg liegen unter anderem am Fachkräftemangel und dem hohen Aufwand für eine Meisterprüfung. Wer einen gefälschten Meisterbrief vorzeigt, dem drohen allerdings rechtliche Konsequenzen mit Geld- oder Gefängnisstrafen. Außerdem bedeutet es oft auch den Verlust der Arbeitsstelle.
Der Meistertitel ist der höchste Berufsabschluss im Handwerk und berechtigt zur Führung eines Handwerksbetriebs. Die Ausbildung zum Meister ist jedoch nicht kostenlos und erfordert viel Zeit. Um sich diesen Aufwand zu sparen, machen es sich betrügerische Handwerker einfach und verwenden gefälschte Meisterbriefe. Das teilte die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald mit. „Das kommt leider immer öfter vor“, erklärt Alexander Dirks, Leiter des Geschäftsbereichs Meisterprüfung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. Im Schnitt vier Fälle pro Monat werden in der Mannheimer Kammer gezählt. „Der Anstieg beschäftigt uns zunehmend.“ Die Gründe dafür liegen am Fachkräftemangel. Ein weiterer Grund liege in den hohen Anstrengungen beim Absolvieren der Meisterprüfung. Zudem gäbe es im Internet zahlreiche Webseiten, die gefälschte Urkunden anbieten. Der Meisterbrief ist für die Karriere ein wichtiges Dokument.
Fälschungen von Meisterbriefen werden schnell aufgedeckt
Für den Eintrag in der Handwerksrolle ist der Berufsabschluss entscheidend. Doch spätestens beim Eintrag in die Handwerksrolle fallen Fälschungen der Meisterbriefe auf. So kommt es immer häufiger vor, dass bei anderen Handwerkskammern ein Antrag auf Eintrag in die Handwerksrolle gestellt wird. Wenn dann ein vermeintlich von der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald ausgestellter Meisterbrief eingereicht wird, fällt der Betrug sofort auf. Zunehmend wird von anderen Handwerkskammern nachgefragt, ob die Dokumente auf ihre Echtheit hin überprüft werden können.
Hohe Strafen für betrügerische Handwerker
Wer gefälschte Meisterbriefe vorlegt, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Es handelt sich hierbei um eine Straftat, die mit Geld- oder Gefängnisstrafen bestraft werden. Darüber hinaus müssen die Betroffenen mit dem Verlust des Arbeitsplatzes rechnen. Obendrein birgt ein solches Verhalten auch Risiken. Das Vertrauen von Arbeitgebern und Kunden wird ausgenutzt und aufgrund von mangelhafter Arbeit kann auch Menschenleben auf dem Spiel stehen. Es kann nur dringend davor gewarnt werden, gefälschte Meisterbriefe bei den Handwerkskammern vorzulegen. Der Meistertitel muss auch in Zukunft für eine qualifizierte Arbeit stehen. Werden gefälschte Meisterbriefe bei den Handwerkskammern vorgelegt, wird der Sachverhalt in jedem Fall an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Der Meisterbrief muss auch in Zukunft ein Garant für handwerkliche Qualität bleiben und darf durch Betrüger nicht verunglimpft werden.

















