Bauwirtschaft zögert bei BIM: Chancen bleiben ungenutzt

Foto: Pressmaster / envatoelements

Building Information Modeling (BIM) gilt als Schlüssel für die digitale Zukunft am Bau. Doch trotz klarer Vorteile setzen bislang noch zu wenig Betriebe im Bau- und Ausbaugewerbe die Technologie in der Praxis tatsächlich ein. Laut einer aktuellen Studie bleiben Effizienz, Kostenersparnis und Nachhaltigkeit vielfach ungenutzt, weil sich zwei Drittel der Unternehmen noch nicht ausreichend mit BIM beschäftigt haben. Damit droht der Bauwirtschaft ein ernsthafter Rückstand im internationalen Wettbewerb.

Auch die Bauwirtschaft beschäftigt sich zunehmend mit der digitalen Transformation. Dabei gilt Building Information Modeling (BIM) quasi als Inbegriff für Digitalisierung am Bau. Trotzdem setzen bislang erst 18 Prozent der Unternehmen im Bau- und Ausbaugewerbe entsprechende Softwarelösungen ein. Weitere 13 Prozent planen den Einsatz zumindest perspektivisch. Das geht aus einer aktuellen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor, für die 265 Handwerksbetriebe in Deutschland aus dem Bau- und Ausbaugewerbe befragt wurden. Während die Potenziale von BIM von vielen Firmen anerkannt werden, fehlt es häufig an der praktischen Umsetzung. Denn ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung ist die mangelnde Beschäftigung mit dem Thema. Knapp zwei Drittel der Unternehmen (63 Prozent) gaben an, sich bislang nicht ausreichend oder gar nicht mit BIM auseinandergesetzt zu haben. Eine aktive Ablehnung der Technologie ist dagegen eher die Ausnahme: Lediglich zwei Prozent der Betriebe haben sich bewusst gegen die Nutzung entschieden. Damit zeigt sich ein deutlicher Handlungsbedarf, um die digitale Planungsmethode breiter in der Bauwirtschaft zu etablieren.

Effizienz und Nachhaltigkeit von BIM bleiben bisher ungenutzt

Fachleute sehen die Vorteile von BIM klar auf der Hand: Effizienzsteigerung, Kostensenkungen und eine höhere Planungssicherheit. Auch die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen könnte durch die präzise Dokumentation von Materialien und Bauprozessen wesentlich unterstützt werden. „Die deutsche Baubranche muss beim Einsatz von BIM dringend aufholen“, betont Nastassja Hofmann, Expertin für Handwerk und Bauwesen beim Bitkom. „Momentan werden Vorteile wie eine gesteigerte Effizienz, Kostenersparnisse, Fehlervermeidung und die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen einfach liegen gelassen.“ Dabei ist das Bewusstsein für Chancen durchaus vorhanden. Mehr als die Hälfte der Unternehmen im Bau- und Ausbaugewerbe (56 Prozent) erkennt die Potenziale von BIM. Gleichzeitig äußern 45 Prozent Bedenken hinsichtlich einer möglichen Überwachung durch die Software. Die kritische Haltung zeigt, dass neben technischen auch gesellschaftliche Fragen beantwortet werden müssen, um Akzeptanz zu schaffen.

Strategien für die Praxis der Bauwirtschaft gefordert

Für die künftige Entwicklung der Bauwirtschaft könnte die Verbreitung von BIM eine zentrale Rolle spielen. Beim Aufbau eines sogenannten digitalen Zwillings eröffnen digitale Geschäftsmodelle nicht nur im Neubau Vorteile, sondern auch in der Bestandsentwicklung. „Bauunternehmen müssen jetzt klare Strategien zur BIM-Einführung im Neubau entwickeln. Langfristig liegt der Schlüssel jedoch vor allem darin, digitale Zwillinge auch bei bereits bestehenden Gebäuden zum Standard zu machen“, so Hofmann weiter. Denn die Ergebnisse der Bitkom-Studie verdeutlichen damit ein ambivalentes Bild: Auf der einen Seite großes Potenzial und zunehmende Wahrnehmung der Chancen, auf der anderen Seite Zurückhaltung in der Umsetzung und Skepsis in Bezug auf mögliche Risiken. Für die Bauwirtschaft stellt sich damit die Aufgabe, digitale Innovationen nicht nur zu erkennen, sondern auch aktiv in die tägliche Praxis zu integrieren. Nur so lässt sich verhindern, dass die Branche im internationalen Vergleich weiter ins Hintertreffen gerät.

Warum setzt die Bauwirtschaft BIM noch so wenig ein?

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Seit 20 Jahren mache ich BIM für die Auftraggeber, welche es wollen. Das Problem liegt genau da – beim Auftraggebern! Keine Ahnung über die Materie, Hauptsache BIM. Dabei wird oft 3D Darstellung mit BIM vertauscht. Letztendlich, die 3D Kollisionsprüfung ist schon „halbe Miete“ und reicht für schnelle und genaue Planung vollkommen aus. Der echte BIM erfordert 100 % digitale Bau von allen Bauelementen, TGA Einrichtungen, um die Ziele wie genaue Abrechnung, Kostenverfolgung und spätere Instandhaltung zu erleichtern. Alles ganz nett, aber, die Planer (Architekten und Ingenieure) haben fünfmal mehr Arbeit, extreme Kosten für Software und vor allem Schulungen, aber tragen selbst keinen Benefit davon. Wer BIM will, muss mit mehr Aufwand und Kosten rechnen, und vor allem diese auch bezahlen wollen!

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