BIM-Studie enthüllt: Darum meiden Handwerker die Digitalisierung

Foto: Roland Riethmüller

Die Digitalisierung und Methode Building Information Modeling (BIM) halten in der Bauwirtschaft zunehmend Einzug. Doch die Verbreitung der digitalen Methode zeigt sich mehr als uneinheitlich. Während mehr als ein Drittel der Architekturbüros in Deutschland bereits auf BIM setzen, sind es unter den Bauunternehmen sowie SHK- und Elektroinstallationsbetrieben lediglich rund fünf Prozent. Eine aktuelle Studie analysiert, warum viele Betriebe noch zögern – und was die überzeugten BIM-Anwender zur Umstellung bewegt hat.

Zwar ist Building Information Modeling (BIM) seit Jahren ein zentrales Thema in der öffentlichen Diskussion über Effizienz und Transparenz in der Baubranche, doch viele Verarbeiter sehen sich mit der Einführung überfordert. Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult mangelt es häufig an personellen und finanziellen Ressourcen, vor allem bei kleineren Unternehmen. Denn die Umsetzung erscheint insbesondere bei privaten Auftraggebern sehr aufwendig und die Kundennachfrage gering. Der Investitionsbedarf sowie die Notwendigkeit, sich in neue digitale Prozesse einzuarbeiten, werden von vielen als Hemmnis gesehen. Der Gedanke: „Für uns lohnt sich das nicht.

Effizienz von BIM als Schlüsselargument

Unternehmen, die den Schritt zu BIM dennoch gewagt haben, sind überwiegend überzeugt. Zentrales Motiv war für fast die Hälfte der Befragten die Optimierung der internen Organisation. Auch die Verbesserung geschäftlicher Abläufe sowie die Reduzierung von Fehlerkosten im Bauprozess sprechen laut Studie für sich. Die strukturierte Datenlage in BIM-Projekten ermöglicht nicht nur eine bessere Planung, sondern auch eine effizientere Ausführung – ein Punkt, der vor allem in Zeiten steigender Baukosten und knapper Fachkräfte entscheidend sein kann.

Öffentliche Auftraggeber als Treiber

Ein weiterer starker Impuls kommt von öffentlicher Seite. In Bundesprojekten ist BIM bereits verpflichtend, doch auch viele kommunale Auftraggeber fordern zunehmend die digitale Planungsmethode. Für 36 Prozent der BIM-Nutzer war dies ein ausschlaggebender Faktor bei der Entscheidung für BIM. Diese Entwicklung zeigt, dass der Druck von Auftraggeberseite den wohl wichtigsten Hebel für die Marktdurchdringung darstellt. Je stärker sich diese Nachfrage auf den gesamten Bauherrenmarkt ausweitet, desto größer wird der Handlungsdruck auf die Bauunternehmen.

Digitalisierung und digitale Zukunft fest im Blick

Nicht zuletzt setzen viele Betriebe auf BIM aus einem klaren Zukunftsbewusstsein heraus. Mehr als ein Viertel der Befragten sieht die Digitalisierung als strategische Weichenstellung, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Erkenntnis wächst: Wer heute investiert, verschafft sich morgen einen entscheidenden Vorteil. Der Wandel hat begonnen – und wer ihn mitgestaltet, positioniert sich vorn.

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Die meisten Handwerksbetriebe dürften Kleinbetriebe sein mit nicht mehr, als 7 Mitarbeiter. Diese kommen selten an Großaufträge, die mit BIM geplant wurden – weil sie zu klein sind und weil sie kein BIM einsetzen und damit im Wettbewerb auf diesem Projekt-Niveau verdrängt werden. BIM im Planungsbüro wird kaum bei kleinen Projekten, wie Ein- und Zweifamilienhäuser eingesetzt – es sei denn es handelt sich um Fertighausanbieter oder Massivhausanbieter, die im Großen Stil Massivhäuser herstellen. Für kleine Sanierungsaufgaben in diesem Masstab gibt es ebenfalls keine Nachfrage. Der private Häuslebauer möchte möglichst preiswert bauen – Mehrkosten für BIM-Planung werden kaum akzeptiert. Dieses Spiel betreiben öffentliche Auftraggeber – wenn die Höhe der eingesetzten Steuergelder keine Rolle spielen oder private Auftraggeber, wenn Verwaltung und Gebäudebetrieb eine Rolle spielt. Der kleine Handwerksbetrieb zeigt keine Ambitionen für mehr Ausbildungsanforderung, mehr Softwarebedarf und mehr digitalen Koordinationsaufwand (Abstimmung mit analogem Auftraggeber, analogen Bauleiter usw.).
BIM ist der Weg der Großindustrie, kleine Mitbewerber zu verdrängen. Wer kein 3D-Modell für den Planungsprozess zur Verfügung stellt, werd vom Architekten links liegen gelassen.
Die Initiative der Bundesregierung für eine Gesetzgebung, welche eine Dokumentation für den späteren Rückbau und Rezyklierbarkeit von Baumaßnahmen/Baustoffen einfordert ist grundsätzlich zu befürworten. Wahrscheinlich ist diese aber ebenfalls durch die Baustoff-Grossindustrie befeuert, denn auch hier findet ein Verdrängungswettbewerb statt: wer sich die Zertifizierung seiner Baustoffe / Bauprodukte finanziell leisten kann, wird in Zukunft berücksichtig; wer nicht – ist raus aus dem Wettbewerb.
Mit Handwerk hat das in den kommenden Jahren kaum noch zu tun.

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