Mehr Abiturienten in Ausbildungsberufen des Handwerks

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Foto: RainerSturm / pixelio.de

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist nach wie vor ein großes Thema, gerade im Handwerk. Die Ausbildungsbereitschaft der handwerklichen Betriebe nimmt dabei sogar noch zu. Besonders in der Region Stuttgart ist die Bereitschaft, Lehrlinge auszubilden besonders stark ausgeprägt. Dennoch legen die Betriebe viel Wert auf qualifizierte und ausbildungsreife Jugendliche. Umso erfreulicher, dass immer mehr Abiturienten Interesse an einer handwerklichen Ausbildung zeigen.

Die geburtenschwachen Jahrgänge machen immer deutlicher, wie wenige Fachkräfte noch auf dem Markt sind. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass es immer weniger Jugendliche gibt, die sich für einen Lehrberuf entscheiden. Trotz allem lässt sich eine positive Tendenz bei den Unternehmen erkennen, überhaupt auszubilden. Die Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart konnten immer noch sehr gute Zahlen bezüglich der geschlossenen Ausbildungsverträge vorlegen. Zwar waren bei 4.364 geschlossenen Verträgen im Jahr 2011 ein Rückgang um 0,9 Prozent gegenüber 2010 (4.402) zu verzeichnen, dennoch ist dieser Rückgang nur marginal. Erfreulich hervorzuheben ist, dass die Zahl der Abiturienten, die sich im Jahr 2011 für die Ausbildung in einem der 130 Lehrberufe im Handwerk interessierten, um 27,7 Prozent gestiegen ist. Wurden in 2010 noch 278 Abiturienten Handwerkslehrlinge, sind es in 2011 355 gewesen. Gesamtheitlich wurden demnach in der Region Stuttgart 11.037 Lehrlinge ausgebildet. Dabei sind 8,1 Prozent Abiturienten und 26,8 Prozent Mädchen.

Die Betriebe haben längst erkannt, dass sie viel tun müssen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Immer öfter müssen Lehrstellen unbesetzt bleiben, weil nicht ausreichend qualifizierte Jugendliche nachrücken. Trotzdem legen die Unternehmen großen Wert darauf, wen sie für die Lehre einstellen. Auch wenn der Fachkräftemangel hoch ist, so ist immer noch nicht jeder für das Unternehmen geeignet. „Kommen gute Bewerber, werden eben mehr Ausbildungsstellen eingerichtet“, sagt Bernd Stockburger, zuständig für die Berufsausbildung bei der Handwerkskammer Stuttgart.

Ganz klar hervorzuheben ist, dass im vergangenen Jahr die Qualifizierung der Schulabgänger wesentlich höher war als bisher. Immerhin stieg die Zahl der Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss auf 4,1 Prozent und der Anteil der Hauptschulabsolventen sank um 4,3 Prozent. Wie bereits erwähnt, stieg der Anteil der Schulabgänger mit Abitur oder Fachhochschulreife um 27,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2010. Gerade weil die Aufgaben in handwerklichen Berufen immer komplexer und anspruchsvoller werden, ist es sehr zu begrüßen, dass es so viele interessierte Abiturienten gibt.

Um weiterhin solch positive Bilanzen ziehen zu können, muss sich das Handwerk auch in Zukunft stark dafür engagieren, sich gut zu positionieren. Dazu gehören bestehende Nachwuchswerbeaktionen – beispielsweise bei Ausbildungsmessen – genauso wie die zurzeit aktive Imagekampagne des Handwerks.

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