80 % der Bauprojekte im SHK-Bereich verschoben und storniert

80 % der Bauprojekte im SHK-Bereich verschoben und storniert
Foto: ZVSKH

Die konjunkturelle Lage im SHK-Bereich hat sich Anfang dieses Jahres leicht verbessert. Trotzdem bleibt das Geschäftsklima im SHK-Bereich aufgrund der Unsicherheiten im Marktumfeld und der hohen Aufschub- und Stornierungsquote bei Bauprojekten stark beeinträchtigt. Die steigenden Zinsen, wirtschaftliche Unsicherheit und zunehmenden Energiekosten tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei, die vor allem der Wohnungsbau betrifft. Insgesamt ist der Produktbereich Sanitär der große Verlierer, da zeitunkritische Maßnahmen wie Badsanierungen vielfach zurückgestellt werden.

Das Geschäftsklima in der Haus- und Gebäudetechnik ist laut des aktuellen SHK-Konjunkturbarometers leicht gestiegen, liegt jedoch immer noch 20 Punkte unter dem Wert aus dem Vorjahresquartal. Das ist das Ergebnis der quartalsmäßigen Untersuchung zur konjunkturellen Entwicklung der Unternehmen im Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik, die von der B+L Marktdaten im Auftrag der Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie (VdZ) und der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) erhoben wird. Trotzdem sind Bauherren nach wie vor durch die ungünstigen Rahmenbedingungen am Markt verunsichert. Vor allem die steigenden Zinsen belasten die Bautätigkeit im Neubausegment und reduzieren die Nachfrage vor allem im Wohnungsneubau. Das wirkt sich direkt auf die Umsetzung der Bauprojekte aus und führt zu einer geschätzten Aufschub- und Stornierungsquote von 80 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation damit um 20 Prozentpunkte weiter verschlechtert. Rund 25 Prozent der Industrie- und Großhandelsunternehmen rechnet sogar damit, dass Projekte gänzlich abgesagt werden. Vor einem Jahr waren nur sieben Prozent dieser Meinung. Begründet wird diese Ansicht durch Lieferengpässe, steigende Baukosten, erschwerte Finanzierung und Unsicherheiten in der Projektplanung.

Wohnungsneubau am stärksten von Stornierungen betroffen

Vom Rückgang der Bautätigkeit betroffen ist hauptsächlich der Wohnungsneubau, da private Haushalte oft Schwierigkeiten bei der Finanzierung haben und der institutionelle Wohnungsbau für Investoren nicht genug Rendite abwirft. Im Nichtwohnbau ist die Situation vergleichsweise entspannt und führt nur in etwas über 32 Prozent der Fälle zu Aufschüben und Stornierungen.

Sanitär ist der große Verlierer der heutigen Zeit

Zusätzlich verursachen die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und die steigenden Energiekosten auch Aufschübe bei Sanierungsprojekten. Oft werden energetische Sanierungen priorisiert, während zeitunkritische Maßnahmen wie Badsanierungen zurückgestellt werden. Das wirkt sich im Wesentlichen auf die Bereiche Sanitär und Installation aus. 90 Prozent der Befragten sehen die größten Auswirkungen von Aufschüben und Stornierungen im Produktbereich Sanitär, während die Bereiche Heizung von 35 Prozent und Klima-Lüftung von 24 Prozent genannt werden.

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