Ausbildungssituation am Bau anhaltend gut

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Foto: Roland Riethmüller

Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig, doch lässt sich erfreulicherweise am Ausbildungsmarkt insgesamt eine gute Ausgangslage feststellen, von der zurzeit Betriebe und Auszubildende gleichermaßen profitieren können. Dass es auch im Handwerk immer noch zu wenige qualifizierte Nachwuchskräfte gibt stimmt zwar, doch erkennen immer mehr Jugendliche, diese Situation für ihren eigenen beruflichen Erfolg zu nutzen.

Es ist immer einfach, über eine unangenehme Situation zu klagen und sich wohlmöglich auch selbst zu bemitleiden. Doch ist ein solches Verhalten weder zielführend noch wird es am Ende eine spürbare Veränderung oder Verbesserung nach sich ziehen. Gerade beim Fachkräftemangel gilt es daher, das bestmögliche aus dieser Situation zu machen. Für junge Schulabgänger bedeutet dies, sich ganz bewusst mit einem möglichen Ausbildungsberuf auseinander zusetzen und diesen in Angriff zu nehmen.

Betriebe ihrerseits sollten diese Jugendlichen dann noch besser fördern und fordern, um sie auch nach der Ausbildung an sich zu binden. Denn letztlich sind es die eigenen Auszubildenden, die bei einer späteren Übernahme im Betrieb das größte Potenzial und den besten Mehrwert mit sich bringen.

In der Bauwirtschaft zeigt sich, dass etwa 80 Prozent der Auszubildenden in Inhaber geführten, mittelständischen Unternehmen des deutschen Baugewerbes ausgebildet werden. Dabei unterstützt die Branche diese gezielte Ausbildung von qualifizierten Fachkräften mit knapp 600 Millionen Euro. Bei solchen Zahlen sollten sich vor allem auch die Betriebe selbst einmal bewusst machen, welches Kapital sie dabei wiederum beim Lehrling selbst entwickeln. Denn, wenn ein ausgelernter Geselle im Ausbildungstrieb bleibt spielt er ja auch wieder einiges an Geld ein.

Neben dem Fachkräftemangel wird auch immer wieder gerne beklagt, dass viele Jugendliche sich nur aus der Not heraus für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden und dann nicht genug Eigenmotivation mitbringen, sich während der Ausbildungszeit zu engagieren und gut zu entwickeln. Eine bundesweite Studie der SOKA-Bau und des FAZ-Instituts widerlegt diese Meinung aktuell. Denn demnach sind 93,5 Prozent der Jugendlichen, die in einem der 18 Berufe am Bau beschäftigt sind, zufrieden mit ihrem Ausbildungsberuf. 24,8 Prozent sind sogar sehr zufrieden mit ihrer Berufswahl. Bei der Entscheidung für den einen oder anderen Beruf wägen Jugendliche vor allem ab, ob der jeweilige Beruf ihnen im Alltag wirklich Spaß macht, er ihnen gute Zukunftsperspektiven bietet oder aber auch der Praxisnutzen wirklich passt.

Die Praxis zeigt immer wieder, dass mit der Gesellenprüfung die Karriereleiter längst nicht erklommen ist. Ob Vorarbeiter, Werkpolier, Geprüfter Polier oder sogar Meister – wer Großes vorhat, kann dies auch in der Bauwirtschaft in jedem Fall erreichen.

Auch das Hamburger Handwerk stellt aktuell fest, dass sie sich über die derzeitige Ausbildungsentwicklung in Deutschland erfreuen kann und von ihr profitiert. So wurden auch im Monat Mai 2014 wieder mehr neue Ausbildungsverträge geschlossen als noch im Vorjahresmonat. Dennoch gibt es immer noch genug freie Stellen, die es zu besetzten gilt.

Betrachtet man die Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Hamburg zeigt sich, dass Jugendliche nach wie vor eine hohe Wahl hinsichtlich ihrer Wunschausbildung haben. Doch nicht nur für das laufende Ausbildungsjahr können noch interessante Stellen gefunden werden. Auch für das kommende Jahr 2015 gibt es bereits erste Ausschreibungen der Hamburger Betriebe. Dies liegt natürlich auch daran, dass die Betriebe durchaus zufrieden mit der aktuellen Situation der geschlossenen Ausbildungsverträge sind und optimistisch in das kommende Jahr blicken.

Diese Entwicklung ist deshalb so besonders und wichtig, weil sich das Hamburger Handwerk im Jahr 2013 mit massiven Rückschlägen bei den geschlossenen Ausbildungsverträgen auseinandersetzen musste. Während es in den Jahren zuvor deutschlandweit immer sehr gut dastand, musste es im Jahr 2013 Federn lassen. Dies war vor allem durch Änderungen im Schulsystem verursacht und führt glücklicher bereits im laufenden Jahr zu einer Wende der Ausbildungssituation.

Ob dieser derzeit positive Trend sich so in der zweiten Jahreshälfte durchsetzet und an die Erfolge vor dem Jahr 2013 anknüpfen kann, wird sich aber erst in den nächsten Monaten endgültig zeigen.

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