Baugewerbe besorgt: Auftragsvergabe im Straßenbau stockt

Baugewerbe besorgt: Auftragsvergabe im Straßenbau stockt
Foto: Markus Bäcker / pixelio.de

Das Baugewerbe sorgt sich um die Vergabe von Aufträgen im Straßenbau. Hintergrund ist, dass ab 1. Januar 2021 die Autobahn GmbH des Bundes für die 13.000 Kilometer Autobahn in Deutschland die Verantwortung übernehmen wird. Es ist zu befürchten, dass die Auftragsvergabe ins Stocken gerät, denn alle Aufträge müssen neu ausgeschrieben werden.

Bund und Länder sorgen sich um die Auftragsvergaben beim Bau neuer Straßen. Ab 1. Januar 2021 soll die Autobahn GmbH des Bundes für die 13.000 Kilometer Autobahn in Deutschland die Verantwortung übernehmen. Die Umwandlung der Auftragsverwaltung für die Bundesautobahnen soll damit abgeschlossen sein. Außerdem soll die DEGES noch in diesem Jahr in der neuen Autobahn GmbH integriert werden und die Großprojekte betreuen. Der Bundesrechnungshof hat diese Fusion jedoch beanstandet, weil dann die Trennung der Aufgaben zwischen den Ländern und dem Bund nicht mehr gewährleistet ist. Wichtige Infrastrukturprojekte werden seit 1991 durch die DEGES verantwortet. Sie setzt Planungsaufträge für die Arbeiten an Bundesstraßen und Autobahnen um und ist auch an anderen Verkehrsprojekten beteiligt.

Auftragsvergabe im Stocken

„Wir befürchten, dass die Auftragsvergabe erheblich ins Stocken gerät“ erklärt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, anlässlich des gerade bekannt gewordenen Berichts des Bundesrechnungshofes. Alle Aufträge, die die Länder an die DEGES vergeben hat, sowie sämtliche neuen Projekte müssten wieder neu ausgeschrieben werden, sagte Pakleppa weiter. Das wäre für die im Straßenbau tätigen Unternehmen eine Katastrophe, denn die Auftragsvergabe ist bereits durch die Corona-Pandemie deutlich ins Stocken geraten.

Weitere Verzögerungen bei Planung und Bau neuer Straßen erwartet

Weiterhin betonte er, dass durch die Übernahme der Auftragsverwaltung der Bundesstraßen aufwendige und langwierige Aufbau-, Koordinations- und Abstimmungsprozesse entstehen würden. Aus diesem Grund ist mit einer erheblichen Verzögerung bei der Planung und beim Bauen von Landesstraßen und Bundesstraßen sowie anderer Verkehrswege zu rechnen. Das bereitet den mittelständischen Straßen- und Brückenbauern sehr große Sorgen. Es wird ein massiver Einbruch bei der Vergabe von Aufträgen im Straßenbau befürchtet. Es wird daher an Bund und Länder appelliert, sich zeitnah um konstruktive Lösungen bei der zukünftigen Aufgabenverteilung und Planungsverantwortung zu kümmern. Nur so können Stockungen vermieden und langwierige Verzögerungen beim Bau von Bundesautobahnen verhindert werden.

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