Bauhandwerk fordert mehr Tarifbindung zur Fachkräftesicherung

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Foto: Roland Riethmüller

Der aktuelle Fachkräftemangel in Deutschland ist hinlänglich bekannt und macht den handwerklichen Betrieben seit Jahren das Leben schwer. Daher ist es ein Grund mehr für das Handwerk das Thema Tarifbindung noch einmal hervorzuheben. Denn nur so könnte das Bauhandwerk an Attraktivität gewinnen und sich im Wettbewerb um Fachkräfte erfolgreich behaupten. Nur mit einer gelebten und starken Tarifpartnerschaft sei eine nachhaltige Fachkräftesicherung möglich.

„Was für ein handwerkliches Potenzial geht hier verloren“, beklagt Handwerkskammer-Vizepräsident Martin Sättele anlässlich der 121. Vollversammlung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald in Bezug auf die Untersuchung des Handwerksinstituts. Denn dort wurde festgestellt, dass lediglich ein Drittel der im Handwerk ausgebildeten Lehrlinge auch in der Branche verblieben. Der Rest würde abwandern. Für eine erfolgreiche Zukunft des Handwerks sieht Sättele daher die Verantwortung auch bei den verschiedenen Innungen, die teilweise mit ihrer Weigerung zum Abschluss von Flächentarifverträgen ihren Anteil an der sich immer weiter verschlechternden Situation hätten. Zur Fachkräftesicherung wären diese jedoch zwingend notwendig, um eine gute Ausbildung und qualitativ hohe Arbeitssituation zu erlangen. Natürlich spiele auch eine angemessene Bezahlung eine nicht ganz unerhebliche Rolle am aktuellen Dilemma in der Handwerksbranche.

Nachhaltige Fachkräftesicherung ohne vorzeitigen

Sättele appellierte daher in seiner Rede an die Innungen, dem Gesetzgeber nicht einfach so das Feld zu überlassen. Es solle sich endlich im Namen der Fachkräftesicherung um eine flächendeckende Tarifbindung gekümmert werden. Er kenne das Lamentieren der Handwerksbetriebe über die Abwanderung der Auszubildenden. „Erst wird gejammert, dass keine Azubis mehr zu bekommen sind, dann hat man welche und die verlassen nach der Prüfung die Betriebe“, sagt der Vizepräsident eindringlich. Dabei sei jedoch von großer Wichtigkeit, eine faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen anbieten zu können, um diese Zustände zu verändern. Dies würde die Attraktivität der Arbeitsplätze im Handwerk nicht unerheblich steigern.

Tarifbindung sichert Übernahmeperspektive

Laut Sättele wäre ein Bündnis aus durchsetzungsstarken Tarifpartnern ein Schritt in Richtung Fachkräftesicherung. Verbände ohne Tarifbindung lehne er selbst ab, und sehe diese als nicht zielführend für die Zukunft und die Wettbewerbsfähigkeit in der Handwerksbranche. Im weiteren Verlauf seiner Rede dankte Martin Sättele den Arbeitnehmern für die tägliche Bereitschaft zu harter Arbeit. An die Arbeitgeber gerichtet sagte er: „Wir sind alle Handwerker. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sitzen im selben Boot. Jeder bringt sich im Betrieb entsprechend ein und trägt zum Erfolg des Unternehmens bei“.

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