Bauwirtschaft übertrifft Volkswirtschaft

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Foto: Roland Riethmüller

Die Bauwirtschaft in Deutschland hat 2014 im Vergleich zum Vorjahr drei Prozent mehr Umsatz generiert. So übertraf die Bruttowertschöpfung des Baugewerbes mit 2,7 Prozent deutlich die der gesamten Volkswirtschaft mit nur 1,4 Prozent. Gleichzeitig entwickelten sich die Erträge durch eine sinkende Dynamik bei den Baupreisen jedoch nicht entsprechend. Für die Zukunft rechnet die Bauwirtschaft mit deutlich verhalteneren Umsätzen.

Die Bauwirtschaft mit den rund 300.000 Mitgliedsbetrieben in der Bundesvereinigung Bauwirtschaft und den rund 2,5 Millionen Beschäftigten erzielte im vergangenen Jahr einen deutlichen Umsatzanstieg um drei Prozent auf 217 Milliarden Euro über alle Wirtschaftsbereiche der Bauwirtschaft. „Damit lag die Bruttowertschöpfung des Baugewerbes mit plus 2,7 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der gesamten Volkswirtschaft mit plus 1,4 Prozent“, freut sich Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB).

Die größten Gewinner waren vor allem das Bauhauptgewerbe mit einem Umsatzanstieg um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als witterungsabhängiger Wirtschaftsbereich konnte das Bauhauptgewerbe durch die milden Temperaturen ein sagenhaftes Umsatzwachstum von 27 Prozent im ersten Quartal ausweisen. Doch auch der Umsatz in den weniger witterungsabhängigen Gewerken stieg zu diesem Zeitpunkt bereits um sieben Prozent. Im Jahresverlauf entwickelten sich die Umsätze zwar in allen Gewerken zurück, konnten jedoch alle von dem guten Ergebnis im ersten Quartal zehren. Das Bauhauptgewerbe profitierte zusätzlich durch den Wohnungsbau mit einem Umsatzanstieg von sechs Prozent. Lediglich das Dachdeckerhandwerk profitiert weniger, weil durch den Trend zu Mehrfamilienhäusern die Dachfläche geringer ist als bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Daher rechnet man nur noch mit einem zwei-prozentigen Wachstum, weil außerdem durch den Wegfall von Fördermitteln Investitionen in Erneuerbare Energien ausbleiben und auch der Sanierungsmarkt insgesamt an Schwung verloren hat. In den anderen Bereichen gestaltet sich die Situation anders. Hier spricht man im Ausbaugewerbe und im Bereich Gebäudetechnik von einem positiven Anstieg um jeweils zwei Prozent.

Trotz der guten umsatztechnischen Entwicklung haben sich die Erträge nicht nennenswert angepasst. So hat die Baupreisentwicklung im Jahresdurchschnitt über alle Gewerke mit einem abgeschwächten Anstieg von 1,7 bis 1,8 Prozent an Dynamik verloren. Lediglich die Gebäudetechnik konnte sich mit einem Plus von zwei Prozent behaupten. Schlusslicht sind das Malerhandwerk mit nur noch 1,1 Prozent und die Rohbauarbeiten mit 1,3 Prozent. Der schwachen Baupreisentwicklung steht eine Baukostenentwicklung von knapp zwei Prozent entgegen.

Hinsichtlich der Beschäftigtenzahlen ist die Bauwirtschaft in 2014 nicht sonderlich gewachsen. Der Wert stieg lediglich um 0,2 Prozent auf 2,49 Millionen. Für die Zukunft erwartet die Bauwirtschaft einen härteren Wettbewerb mit anderen Branchen um Fachkräfte.

Ende letzten Jahres war die Stimmungslage bei den Betrieben der Bauwirtschaft zwar recht gut, doch erwartet die Bauwirtschaft dennoch für 2015 nur noch einen weiteren Anstieg um zwei Prozent auf 221 Milliarden Euro. Lediglich im Bereich der Gebäudetechnik wird durch neue Investitionsanreize zur Gebäudesanierung von einem Anstieg um drei Prozent gerechnet.

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