BIM und digitales Bauen verändern die Bauindustrie

News , 14.08.2019 , Frank Kessler BIM und digitales Bauen verändern die Bauindustrie
Foto: Roland Riethmüller

Die Digitalisierung ist auch in der Bauindustrie angekommen. Eine aktuelle Studie ergab, dass das digitale Bauen durchaus als anspruchsvoll gilt. Doch es gibt auch Herausforderung und Hürden. Nach Einschätzung vieler Bauunternehmen ist digitales Bauen teuer und es fehle an Fachkräften. Sicher ist, dass die Bauunternehmen in Zukunft an BIM nicht vorbeikommen werden. So sind sich die Befragten einig, dass BIM eine Stärkung für die Branche ist.

Die Digitalisierung am Bau gewinnt zunehmend an Bedeutung. Vier von fünf Unternehmen gaben bei einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) an, mit Building Information Modeling (BIM) arbeiten zu wollen. Jedoch lediglich erst 18 Prozent haben dafür bereits einen Plan entwickelt. Außerdem erklärten viele, dass es zu viele Hürden geben würde. Die Umsetzung sei kostenintensiv, und es würden dafür auch die Fachkräfte fehlen. Rund 52 Prozent der Befragten bestätigten, mit BIM bereits erste Erfahrungen gemacht zu haben. Insgesamt wollen in den kommenden Jahren rund 80 Prozent mit BIM arbeiten. Ändern muss sich dann allerdings noch, dass weniger als jede 5. Firma einen Plan dafür ausgearbeitet hat. Immerhin sind es 39 Prozent, die aktuell eine entsprechende Strategie entwickeln. Das ergab die PwC-Studie "Digitalisierung der deutschen Bauindustrie". Befragt wurden 100 Unternehmen aus den Bereichen Planung & Design, Bau und Anlagenbau.

Digitales Bauen ist anspruchsvoll

Technisch gesehen ist das Bauen mit BIM sehr anspruchsvoll. Das gaben rund 63 Prozent an. Rund 52 Prozent sind der Meinung, dass BIM auch in der Umsetzung zu aufwendig sei. Die größten Hürden gäbe es bei den fehlenden Fachkräften. Dieser Meinung waren immerhin 52 Prozent der Befragten und 48 Prozent sprachen von zu hohen Investitionen. Außerdem können mehr als drei Viertel die Kosten dafür nicht einschätzen.

Dass sich der Aufwand jedoch lohnen würde, zeigt das Ergebnis der Befragung. Rund 46 Prozent haben mit BIM positive Erfahrungen gemacht. 44 Prozent gaben an, dass BIM eine Arbeitserleichterung sei. Rund 39 Prozent der Befragten bestätigten, dass BIM die Arbeitsabläufe effizienter machen würde. Zentrale Vorteile in Bezug auf Planung und Bauzeiten sowie die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sehen 36 Prozent.

Keine Zukunft am Bau ohne BIM

Fest steht, dass die Unternehmen in Zukunft an der Digitalisierung nicht mehr vorbeikommen werden. Ab dem Jahr 2020 wird digitales Bauen bei den öffentlichen Infrastrukturprojekten mit von der Partie sein. "Schon heute fordern viele Ausschreibungen den Einsatz von BIM", ergänzt Christian Elsholz, Director bei PwC im Bereich Capital Projects & Infrastructure. Um das digitale Bauen in Deutschland zu verbessern, erwarten 61 Prozent der Befragten eine Verbesserung der digitalen Infrastruktur. Mehr als die Hälfte halten eine finanzielle Förderung und mehr Anreize seitens der Auftraggeber für sehr wichtig. Einig sind sich jedoch alle Befragten, dass die Digitalisierung die Branche sehr stark verändern wird. Jeder zweite ist der Meinung, dass sich sein Geschäftsmodell durch BIM nachhaltig wandeln wird.

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