Die klimaneutrale Baustelle: was bis zum Jahr 2045 zu tun ist

Die klimaneutrale Baustelle was bis zum Jahr 2045 zu tun ist
Foto: Roland Riethmüller

In Deutschland sind die Klimaziele gesetzt. Bis zum Jahr 2045 will das Land klimaneutral sein. Das gilt auch für die Baustelle. Doch das Thema ist sehr komplex und beweist, dass man mit den geeigneten Maßnahmen direkt beginnen müsse. Klimaverträgliches Bauen ist aber nur mit allen am Bau Beteiligten möglich, um die Transformation erfolgreich umsetzen zu können.

Deutschland hat sich vorgenommen, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu sein. Das Ziel macht auch auf der Baustelle nicht halt. Was andere geplant haben, setzen daher Bauunternehmen um. Dabei werden Materialien genutzt, die aus dem In- und Ausland kommen. Gleichzeitig bewegen sie sich in einem strengen Rechtsrahmen, der von den Kommunen, den Ländern und dem Bund vorgegeben wird, allerdings mit unterschiedlichen politischen Interessen und Ausprägungen. Aus diesem Grund kann das klimaneutrale Bauen nur in Gemeinschaft mit allen Beteiligten gelingen.

Herausforderungen zur Umsetzung der klimaneutralen Baustelle

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) hat gemeinsam mit Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Fachgruppe Baumaschinen und Baustoffanlagen eine Studie beim Fraunhofer-Institut in Auftrag gegeben. Das Ziel bestand darin, eine Roadmap zu einer klimaneutralen Baustelle 2045 zu erstellen. Sie zeigt notwendige Maßnahmen auf, weist auf Wechselwirkungen hin und erstellt einen Zeitplan für die Verantwortlichen. „Unsere Roadmap zur klimaneutralen Baustelle zeigt, wie komplex, herausfordernd und zeitkritisch die vor uns liegende Aufgabe ist”, erklärt HDB-Präsident Peter Hübner. “Mit den meisten Maßnahmen müssen wir dringend heute anfangen, wenn sich die Wirkung vor 2045 einstellen soll.“ Er fordert weiter, dass man vom Silo-Denken weg müsse. Die Studie bestätigt die Megatrends, neue Antriebskonzepte und Digitalisierung zu nutzen. Eine zentrale Frage sei auch die Energieversorgung.

Öffentliche Hand hat eine tragende Rolle

Insgesamt zeigt die Studie auf, wie eine solche Transformation bis zum Jahr 2045 erfolgreich gelingen könne. Die Bauunternehmen haben ihre Verantwortung erkannt und engagieren sich. Investitionen seien aber nur dann möglich, wenn die Kunden in neue Wohnungen, Industrieanlagen und Verkehrswege investieren würden. Dabei komme es auch auf die öffentliche Hand an. Sie müsse eine Balance aus Förderung und Anreiz finden und Maßnahmen gegen die Regulierungsflut ergreifen. Mit jedem Euro, der in den Bau investiert wird, verstärkt sich auch der Standort Deutschland. Im laufenden Jahr wird allerdings von einem Umsatzrückgang von sechs Prozent ausgegangen. Besonders betroffen sei der Wohnungsbau.

Kommentare

0 0 votes
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
1 Kommentar
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Mut zum ersten Schritt!

Bei der angespannten Lage in Bezug auf Materialpreise ist es verständlich, dass Bauunternehmen abwarten wollen weil Investitionen in Nachhaltigkeit Befürchtungen wecken, man könne im Preiswettbewerb dann nicht bestehen. Aber muss der Weg Richtung Klimaneutralität immer preisintensiv sein? 

Innovatoren der Branche investieren zwar Umsummen in Modulbau-Produktionshallen und Produktentwicklung, aber vielleicht ist die Haltung dahinter das, was sich jedes Bauunternehmen abschauen kann. Diese Haltung verrät: „Jeder Schritt Richtung Klimaneutralität ist der Richtige – egal wie groß“.

Denn wenn Sie und Ihre Mitarbeitenden Erfahrungen im Umgang mit der Transformation im Kleinen sammeln, dann wird Ihre Reaktionsgeschwindigkeit auf abrupte Umbrüche (und ich glaube, die kann es geben) schneller sein, als bei Unternehmen, die keine Erfahrung gesammelt und keine Haltung aufgebaut haben.

Mein Wunsch für Sie und unseren Planeten: Machen Sie einen ersten Schritt!
 

Wenn Sie sich mit Anderen darüber austauschen wollen, ist vielleicht das 2. Nachhaltigkeit-Symposium der Bauwirtschaft am 12.09. im Umweltforum Berlin der richtige Platz dafür.
www.nachhaltigkeitssymposium.de

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse 2024

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2024 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.