Ein mächtiger Streit zwischen Hochtief-Betriebsrat und IG Bau findet ein jähes Ende, denn jetzt gipfelt der Streit zwischen den Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft im Austritt. So hat der Konzernbetriebsratschef von Hochtief, Siegfried Müller die Konsequenz gezogen und ist von seinem Amt zurückgetreten und hat zeitgleich seinen Austritt aus der Gewerkschaft angekündigt. Müller reagierte damit auf die Verhandlungen der Bau-Gewerkschaft mit dem Hochtief-Großaktionär ACS über eine Beschäftigungssicherung für die Mitarbeiter des größten deutschen Baukonzerns. Müller hatte sich gegen die aus seiner Sicht eigenmächtigen Gespräche ausgesprochen. Dem Chef der Gewerkschaft IG Bau, Klaus Wiesehügel, wirft er vor mit dem spanischen Baukonzern ACS Absprachen zugunsten der IG Bau und zulasten der Mitarbeiter getroffen zu haben.
Hochtief Vorstand Herbert Lütkestratkötter kritisiert derweil die Politik: „Eine Reihe von Politikern hat mir in Vier-Augen-Gesprächen ihr großes Bedauern über die Situation ausgedrückt und sich für ihre Haltung entschuldigt. Geändert hat sich aber nichts.“ Für Hochtief sei es immer eine bewusste Entscheidung gewesen, in Deutschland zu bleiben, „obwohl wir 90 Prozent unseres Geschäfts im Ausland machen“, so der Hochtief-Chef weiter. „Das ist ein klares Bekenntnis zu unseren Wurzeln und zum Ruhrgebiet. Wenn wir ins Ausland gegangen wären, hätte uns das dortige Übernahmerecht besser geschützt – das ist nun ein seltsames Dankeschön für unsere Standorttreue.“ sagte er Vertretern der WZ-Mediengruppe.

















