Hochtief könnte durch Fußball-WM in der Wüste profitieren

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So könnte eines der neuen Stadien aussehen, die Hochtief in Katar bauen soll.

Die belächelte Entscheidung die Weltmeisterschaft 2022 im Wüstenstaat Katar auszutragen war vielleicht der entscheidende Anstoß für den Einstieg bei Hochtief. Offiziell gibt Hochtief bekannt das die Qatar Holding LLC (Doha) als neuen Großaktionär gewonnen worden ist. Das Grundkapital des größten deutschen Baukonzern wird um rund zehn Prozent erhöht. Qatar Holding wird alle neuen Aktien erwerben und – sobald die Kapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen ist – knapp 9,1 Prozent am neuen Grundkapital halten. Der Ad-hoc-Ausschuss des Hochtief -Aufsichtsrats hat der Kapitalerhöhung bereits zugestimmt.

Mit der Kapitalerhöhung und einem neuen Großaktionär hat der deutsche Baukonzern den Übernahmeplänen des spanischen Konkurrenten ACS den Kampf angesagt. Damit wird der aktuell von den Spaniern gehaltenen Aktienanteil deutlich kleiner. Gleichzeitig könnte die „Scheichs“ im Eigentümerkreis ein deutliches Gegengewicht gegen ACS bilden.

Katar steht vor einer schnellen technologischen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Entwicklung. Hochtief unterstützt Katar, indem es neuestes internationales Know-how in das Land bringt und einheimische Mitarbeiter in modernen Technologien wie zum Beispiel dem virtuellen Bauen bzw. Building Information Modeling (BIM) ausbildet. So ist der Konzern inzwischen über fünf Tochtergesellschaften im Land vertreten und beschäftigt vor Ort mehr als 5 000 Mitarbeiter. Diese bearbeiten umfangreiche Projekte wie die Barwa Commercial Avenue, eine mehr als acht Kilometer lange Einkaufs- und Geschäftsstraße in der katarischen Hauptstadt Doha für etwa 1,3 Mrd. Euro. Ferner plant Hochtief seit 2008 als Teil eines Joint Ventures mit dem Qatar Bahrain Causeway die längste Länderverbindung der Welt.

Im April 2010 hat Hochtief außerdem ein gemeinsames Unternehmen mit der Lusail Real Estate Development Company, einer Tochtergesellschaft der Qatari Diar, gegründet. Derzeitiges Hauptprojekt der Gesellschaft ist die Entwicklung einer kompletten neuen Stadt in Katar bis 2020, der Metropole Lusail für 200.000 Menschen, die Gastgeberin der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 sein wird. Das Joint Venture soll auch Planungs- und Bauleistungen ins Ausland exportieren.

Die Partner wollen die sich bietende historische Chance nutzen und die bestehende Kooperation durch eine direkte Beteiligung an Hochtief weiter festigen: „Wir begrüßen Qatar Holding als unseren neuen Großaktionär. Das Emirat hat die Leistungsfähigkeit des Konzerns, den Erfolg unserer Strategie und die Vorteile einer engen Partnerschaft erkannt. Wir werden uns nun gegenseitig in unserer Entwicklung unterstützen“, kündigt Lütkestratkötter an. Katars gute Beziehungen zu Deutschland seien ein wesentliches Element für dessen Entscheidung gewesen, in Hochtief zu investieren. 

Lesen Sie auch über die Geschichte von Hochtief:
https://www.meistertipp.de/strukturwandel-bauwirtschaft-hochtief

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