Erste Entspannung am Bau – Materialengpass im Rückgang

Erste Entspannung am Bau - Materialengpass im Rückgang

Obwohl die Corona-Pandemie nicht beendet ist, kehrt die Baubranche allmählich wieder zur Normalität zurück. So zeichnet sich vor allem beim Thema Materialengpass langsam eine Kehrtwende ab. Die Zahl der von Lieferverzögerungen betroffenen Betriebe sinkt und damit steigt die Zuversicht für eine normale Rohstoffversorgung. Im gleichen Maße wachst auch der Wunsch, endlich wieder persönliche Kontakte mit Kunden zu pflegen.

Der Materialengpass am Bau entspannt sich langsam. Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München (ifo Institut) ermittelte, ist im Juli der Anteil der von Lieferverzögerungen betroffenen Betriebe im Vergleich zum Vormonat erstmals um 1,6 Prozentpunkte von 50,4 Prozent auf 48.8 Prozent im Hochbau gesunken. Im Tiefbau ist der Anteil sogar um 6,6 Prozentpunkte von 40,5 Prozent im Juni auf 33,9 Prozent im Juli zurückgegangen. “Die in den Vormonaten extrem gestiegenen Schnittholzpreise begannen sich zu normalisieren”, erklärt ifo-Marktforscher Felix Leiss. “Dennoch bleiben viele Materialien knapp und damit teuer. Es fehlt an Stahl, synthetischen Dämmmaterialien und anderen Kunststoffprodukten.”

Erwartung zum Ende vom Materialengpass in sechs Monaten

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine aktuelle Umfrage des Finanzdienstleisters Close Brothers Asset Finance GmbH (CBAF) unter 200 Bauunternehmen zum Thema Rohstoffversorgung. Demnach gaben 78 Prozent der Befragten an, dass sie unter Lieferproblemen leiden würden. Trotzdem zeigen sich viele Bauunternehmen optimistisch. 40 Prozent von ihnen erwarten, dass die Probleme innerhalb der nächsten drei Monate beseitigt sein dürften. 37,5 Prozent gehen von vier bis sechs Monaten aus, bis der Materialengpass beendet ist. 19,5 Prozent rechnen mit weiteren sieben bis neun Monaten. Rund 1,5 Prozent rechnen sogar mit einem Engpass von zehn bis zwölf Monaten, bis die Normalität wieder eintritt. Nur eine kleine Minderheit, nämlich jedes fünfte Bauunternehmen, geht von einer deutlich längeren Zeitspanne aus. Im Schnitt ist die Bauwirtschaft trotzdem recht optimisitisch und rechnet wieder mit einer normalen Rohstoffversorgung innerhalb der nächsten sechs Monate.

Befragte rechnen damit, dass in den nächsten drei Monaten wieder alles normal läuft

Die Umfrage zeigt auch, dass der Trend zum persönlichen Kontakt mit den Kunden sehr stark ist. Denn vier von fünf Betriebe in Deutschland suchen bereits wieder den persönlichen Kontakt zu den Kunden. Das macht 80,5 Prozent der Befragten aus. Außerdem rechnen 42,5 Prozent mit dem Ende der Corona bedingten Einschränkungen im operativen und organisatorischen Bereich in den kommenden vier bis sechs Monaten. 33,5 Prozent gaben an, dass sie sogar innerhalb der nächsten drei Monate mit der Aufhebung der Einschränkungen rechnen. Jedes vierte Unternehmen ist allerdings deutlich negativer gestimmt. 20,5 Prozent der befragten Unternehmen rechnen in sieben bis neuen Monaten damit, dass alles wieder normal wird. 3,5 Prozent gaben sogar an, dass sie erst in zehn bis zwölf Monaten damit rechnen.

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