Infrastrukturbau: Wo die Bauwirtschaft noch hohe Margen bietet

Foto: Rawpixel / envatoelements

Die deutsche Bauwirtschaft durchlebt noch immer unruhige Zeiten: hohe Materialkosten, steigende Zinsen und der anhaltende Fachkräftemangel belasten viele Unternehmen. Besonders der Neubau von Einfamilienhäusern und die damit in Verbindung stehende PV-Installation verzeichnen einen drastischen Nachfrageeinbruch und sorgen für steigende Insolvenzen. Da wundert es nicht, dass sich Investoren eher zurückhaltend verhalten. Große Chancen sehen Experten dagegen im Infrastrukturbau. Der große Nachfrageüberhang verspricht hohe Margenpotenziale, denn dieser Sektor trägt viel zur Wertschöpfung des Landes bei.

Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie erlebt die Bauwirtschaft turbulente Zeiten. Das liegt teilweise an den drastisch gestiegenen Materialpreisen und dem hohen Zinsniveau, aber auch an der fehlenden Verlässlichkeit bei den Förderungen und Subventionen. Zusätzlich kommen durch die angestrebte Klimaneutralität weitere große Herausforderungen auf die Branche zu. Darüber hinaus trägt der Fachkräftemangel nicht dazu bei, dass die Baubranche zur Ruhe kommt. Viele Firmen, die sich auf den Neubau von Ein- und Zweifamilienhäuser spezialisiert hatten, erleben zurzeit einen erheblichen Nachfrageeinbruch. Auch die neu gegründeten Betriebe für PV-Anlagen spüren im laufenden Jahr 2024, dass die Nachfrage deutlich nachgelassen hat. Das hat sogar dazu geführt, dass viele dieser Betriebe Konkurs angemeldet haben.

Großes Margenpotenzial im Infrastrukturbau trotz Investoren-Zurückhaltung

Deshalb verwundert es nicht, dass sich viele Investoren aus dem Bausektor zurückziehen. Das rein auf die Baubranche spezialisierte Strategie-Beratungsunternehmen S&B Strategy kann dieses Verhalten jedoch nicht ganz nachvollziehen. Denn die Strategieberater sehen ein hohes Potenzial im Infrastrukturbau. „In Gesprächen mit Marktteilnehmern erleben wir oft die Situation, dass Investoren bezüglich Akquisitionen äußerst vorsichtig geworden sind“, bestätigt Christoph Blepp, Managing Partner bei S&B Strategy. „Gerade Private Equity Fonds lassen sich häufig von Themen wie vermeintlicher Zyklizität, hohen CAPEX oder dem in der Bauausführung typischen Projektgeschäft abschrecken.“ Dabei ist die Bauausführung gerade im Infrastrukturbau durch ein begrenztes Angebot an Fachkräften geprägt. Gleichzeitig steht dem eine enorme Nachfrage gegenüber. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Der Nachfrageüberhang sorgt für ein großes Margenpotenzial. 

Infrastrukturbau profitiert durch Energie- und Mobilitätswende

Als besonders spannend bezeichnen die Berater die bauausführenden Segmente. Diese profitieren langfristig von der Energie- und Mobilitätswende. Um aus Investments einen großen Wert zu schöpfen, bedarf es fokussierter Portfolioarbeit und eine zielgerichtete Vorbereitung für den Verkaufsprozess. Aufgrund der Ineffektivität der Unternehmen sind diese Geschäftsmodelle sehr vielversprechend. Wer sich näher mit dem Infrastrukturbau befasst, der stellt schnell fest, dass hier noch so gearbeitet wird wie vor 100 Jahren. Das trägt zwar zur Ernüchterung bei, doch besonders im Infrastrukturbau stecken dadurch auch viele Potenziale. Die Branchenteilnehmer können den Wertsteigerungshebel schnell umlegen und somit Wettbewerbsvorteile realisieren.

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Infrastrukturprojekte sind überwiegend aus der öffentlichen Hand finanziert. Da kann man schon mal richtig zulangen! Da macht es noch richtig Spaß? Zahl ja dann der Steuerzahler…

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