Infrastrukturkrise: Bevölkerung fordert nötige Investitionen

Foto: Roland Riethmüller

Die Bauwirtschaft ist nicht nur der drittwichtigste Wirtschaftssektor. Sie steht auch vor erheblichen Herausforderungen, die eine zielgerichtete politische Reaktion erfordern. Laut einer aktuellen Studie hat die Bevölkerung zunehmend erkannt, wie wichtig Investitionen in die Infrastruktur sind, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern. Somit sind die Ergebnisse der Umfrage ein klarer Weckruf an die Politik, die Bedeutung der Bauwirtschaft und die dringenden Investitionsbedarfe ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln. Nur so kann die Zukunftsfähigkeit Deutschlands langfristig gesichert werden.

Die Bauwirtschaft hat in der Wahrnehmung der Bevölkerung einen bedeutenden Aufschwung erlebt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) und des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Demnach gilt die Bauwirtschaft mit 74 Prozent Zustimmung als eine der wichtigsten Branchen, nur übertroffen von Autoherstellern (83 Prozent) und dem Handwerk (78 Prozent). Dieser Anstieg um zehn Prozentpunkte seit dem Jahr 2022  und 30 seit dem Jahr 2009 zeigt eine wachsende Anerkennung der Bauwirtschaft als Schlüssel zur wirtschaftlichen Stabilität und Entwicklung Deutschlands.

Ausbau der Infrastruktur wird als Kernaufgabe der Bauwirtschaft gesehen

Die Befragten betonen die entscheidende Rolle einer gut ausgebauten Infrastruktur für die wirtschaftliche Zukunft des Landes. 91 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine hochwertige Infrastruktur stark bis sehr stark zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands beiträgt. Insbesondere der Wohnungsbau wird als dringlich betrachtet und eine Verbesserung der Situation von 83 Prozent der Befragten gefordert. Der öffentliche Nahverkehr, die Sanierung von Brücken und der Ausbau des Schienennetzes folgen dicht dahinter. „Die Infrastruktur verfällt zunehmend, da nicht genügend investiert wird, um den Erhalt sicherzustellen“, kritisiert HDB-Präsident Peter Hübner. „Brückensperrungen, Staus, eingeschränkte Logistik für unsere Wirtschaft sind die Folge.“

Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich Wohneigentum

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Umfrage ist die hohe Wertschätzung für Wohneigentum. 76 Prozent der Deutschen träumen von einem Eigenheim. Doch trotz dieser Präferenz ist die Investitionsbereitschaft in den letzten Jahren stark gesunken. Nur noch 53 Prozent der Befragten halten es aktuell für lohnend, in ein Eigenheim zu investieren. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 74 Prozent im Jahr 2011. Diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit macht die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Wohnungsbau besonders deutlich.

Wohnungsnot ist die größte Sorge der Deutschen

Denn insgesamt ist vor allem die Sorge um bezahlbaren Wohnraum sehr groß. 67 Prozent der Bevölkerung sehen die Bekämpfung des Wohnraummangels als vordringlich an. Übertroffen wird dieser Wert lediglich von der Bekämpfung der Inflation, der Regelung der Zuwanderung und der Stärkung der Wirtschaft. Diese Prioritäten setzen deutliche Signale an die Politik, endlich erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den preiswerten Wohnungsbau und die Sanierung sozialer Einrichtungen zu ergreifen.

Fachkräftesicherung ist die Basis zur Bewältigung der Investitionen

Zusätzlich benötigt die Bauwirtschaft ausreichend Fachkräfte, um die hohen Investitionsbedarfe bewältigen zu können. „Die Bauwirtschaft hat in den letzten 12 Jahren rund 200.000 Arbeitsplätze geschaffen“, erklärt ZDB-Präsident  Wolfgang Schubert-Raab. „Dennoch kämpfen wir zunehmend mit dem demographischen Wandel und benötigen eine sinnvolle und passgenaue Flankierung der Fachkräftesicherung durch die Politik – zum Beispiel durch eine erleichterte Zuwanderung.“

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