Jeder fünfte Handwerksbetrieb ohne Unternehmensnachfolge

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Foto: Roland Riethmüller

Immer seltener werden Handwerksbetriebe an nachfolgende Generationen übergeben. Trotzdem schieben die immer älter werdenden Betriebsinhaber die Entscheidung zur Unternehmensnachfolge vor sich her. Um neben Arbeitsplätzen und Betriebsvermögen nicht auch fachliches Können und handwerkliche Fähigkeiten zu verlieren, kündigen Kammern und Verbände intensivere Sensibilisierung des Themas durch stärkere Beratungsangebote zur Unternehmensnachfolge an.

In vielen Betrieben ist die Unternehmensnachfolge nicht geregelt. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein. Denn heute werden immer seltener Handwerksbetriebe familienintern an spätere Generationen übergeben. Auch schieben viele Betriebsinhaber die Regelung zur Unternehmensnachfolge zu lange vor sich her, obwohl die Bedingungen für die Betriebsübergabe optimal seien. Oft verschlechtern sich dann die Rahmenbedingungen irgendwann merklich, so dass auf die Schnelle keine Unternehmensnachfolge getroffen werden kann. Alleine in Schleswig-Holstein droht jedem fünften Handwerksbetrieb aufgrund fehlender Unternehmensnachfolge das Aus. Für die Wirtschaft bedeutet dies ein Verlust von Arbeitsplätzen und Betriebsvermögen. Doch auch der Wegfall des fachlichen Könnens und der handwerklichen Fähigkeiten ist ein Verlust für die ganze Gesellschaft.

Die Kammern sehen sich hier in der Pflicht, noch frühzeitiger für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. „Es ist wichtig, dass sich die Unternehmer frühzeitig mit dem Thema beschäftigen und nach einer Nachfolgeregelung suchen“, betont der schleswig-holsteinische Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Frank Nägele. Zwar sei das generelle Interesse am Thema um 8 Prozentpunkte auf 53 Prozent im Vergleich zu einer Umfrage aus dem Jahr 2008 etwas angestiegen, doch verschließen nach wie vor viele Inhaber die Augen vor dem Thema, sagte Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schleswig-Holstein und fügt hinzu: „Daher müssen wir unsere Mitgliedsbetriebe noch stärker als bisher für dieses auch menschlich schwierige Thema sensibilisieren.“

Mit einem intensiveren Beratungsangebot, der Fachkräfteinitiative „Zukunft im Norden“ und einer entsprechenden Datenbank im bundesweit öffentlichen Nachfolgeportal Nexxt-Change versuchen nicht nur die Kammern in Schleswig-Holstein Übergeber und Übernehmer im Rahmen einer Unternehmensnachfolge zueinander zu verhelfen.

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