Keine Auswirkung: Über 90 % der Betriebe im Baugewerbe schließen

Keine Auswirkung: Über 90 % der Betriebe im Baugewerbe schließen
Foto: Roland Riethmüller

In den nächsten Jahren werden mehr als 90 Prozent der kleinen Unternehmen im Baugewerbe ihren Betrieb einstellen. Doch die künftigen Stilllegungen am Bau haben kaum negative Folgen. Das zeigt eine aktuelle Studie. So haben die meisten kleinen Bauunternehmen keine Unternehmensnachfolge. Auf zukünftige Bauvorhaben wird dies allerdings keinen negativen Effekt haben, denn ein großer Teil der Aufträge und Arbeitsplätze wird von anderen Bauunternehmen der Baubranche aufgefangen.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat eine Studie zur Nachfolgeregelung im Baugewerbe durchgeführt. Dabei ging es primär um die Frage, ob Unternehmen, die in den kommenden Jahren vor dem Rückzug der Inhaber stehen, einen Nachfolger haben. Teilgenommen haben mehr als 2.500 Bauunternehmen. Von den 163.000 Unternehmen mit Rückzugsplänen werden lediglich 12.000 bis 15.000 Unternehmen fortgeführt. Es handelt sich dabei um kleinere Unternehmen, die aufgrund von fehlender Nachfolge stillgelegt werden. Die Studie zeigt aber auch, dass dies kaum negative Folgen auf die Bauvorhaben in Deutschland haben wird.

Keine Folgen für Bauvorhaben

Ein großer Teil der Arbeitsplätze und Aufträge wird von anderen Unternehmen aus dem Baugewerbe aufgefangen, teilweise auch aus dem Ausland. Die Berechnungen zeigen ebenfalls, dass unplanmäßige Schließungen sich auf bestimmte Regionen negativ auswirken können. „Auch regionale Effekte sollten nicht unterschätzt werden, wenn sich Stilllegungen in bestimmten Regionen konzentrieren”, warnt BBSR-Leiter Dr. Markus Eltges. “Die Industrie- und Handels- sowie die Handwerkskammern sollten dies durch ein vorausschauendes Monitoring im Blick haben.“

Unternehmensnachfolge im familiären Umfeld

Zusätzlich zeigt die Studie, dass die Unternehmensinhaber eine familiäre Nachfolge bevorzugen, wie auch in anderen Branchen. In den letzten zehn Jahren wurden fast 60 Prozent der betroffenen Unternehmen von Familienmitgliedern weitergeführt. Zur Übergabezeit waren in den Unternehmen rund acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Eltges bestätigt, dass für eine Unternehmensnachfolge die notwendigen Informationen an die eigene Familie übergeben werden müssen. Außerdem sei eine gute Vorbereitung sehr wichtig. Die Inhaberinnen und Inhaber sollten sich bereits sehr früh mit dem Thema Nachfolgeregelung auseinandersetzen. Es gibt spezielle Beratungsangebote und Formate, die Inhaber und potenzielle Nachfolger zusammenbringen. Nur eine gut geplante Unternehmensnachfolge kann langfristig und auf Dauer ein Unternehmen erhalten und attraktiv machen.

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IHR Artikel – mein Vorhaben

Sehr geehrter Herr Kessler, 

Das ist eine sehr bestürzende Zahl. Wir sind gerade dabei Unternehmen zu finden die weiterführbar sind (es gibt ein Team und einen 2.Mann / Frau+ vernünftige Geschäftsgrundlage) 

Diese übernehmen wir, beteiligen das Team, setzen den 2. MANN / FRAU als operativen GF ein und führen das Unternehmen dann langfristig weiter. Wir unterstützen mit Admin und Vertrieb. 

Damit bleiben die Arbeitsplätze im Ort erhalten , der Sportclub bekommt weiter seine Förderung und das Erbe des Firmengründers  bleibt intakt. 

Somit hoffe ich meinen Beitrag leisten zu können um gerade in Strukturschwachen Regionen Stabilität und Wachstum zu fördern. 

 

Beste Grüße, 

Mike Wetterling 

 

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