Klimaziele erreichen: Ist Carbonbeton die Lösung?

T-Träger: Vergleich zwischen Stahl- und Carbonbeton, Foto: BMBF / Innovation & Strukturwandel / Thilo Schoch

Die Bundesregierung hat mit der Nationalen Kreislaufstrategie ambitionierte Ziele gesetzt: Ressourcenschonung, CO2-Reduktion und Recycling stehen im Fokus. Damit will Deutschland seine Technologieführerschaft in der Kreislaufwirtschaft weltweit ausbauen. Carbonbeton könnte hierbei eine Schlüsselrolle spielen. Denn der innovative Baustoff spart über drei Viertel der Ressourcen ein, halbiert den CO₂-Ausstoß und steigert die Lebensdauer von Bauwerken erheblich. Dadurch könnte die Carbonbetonbauweise der einzige Weg sein, um die Klimaziele umsetzen zu können.

Am 4. Dezember hat die Bundesregierung die Nationale Kreislaufstrategie beschlossen. Eines der damit verbundenen Ziele ist die Senkung des Verbrauchs von primären Rohstoffen von derzeit 16 Tonnen pro Kopf im Jahr auf maximal sechs bis acht Tonnen bis zum Jahr 2050. Bereits vor einiger Zeit hat Deutschland mit dem Ausstieg aus der Kohleverbrennung, der Stärkung von Recycling und dem ressourcenschonendem Leichtbau einen wichtigen Grundstein gelegt. Ein weiteres Ziel ist die Schließung der Stoffkreisläufe. Erst lediglich 13 Prozent werden heute wieder aufbereitet. Dieser Anteil soll sich bis zum Jahr 2030 verdoppeln. Darüber hinaus soll der Bedarf an strategischen Rohstoffen zu 25 Prozent durch Recycling gedeckt werden. Dadurch soll bis zum Jahr 2030 vor allem die Unabhängigkeit von importierten Rohstoffen gestärkt werden. Außerdem soll die jährliche Abfallproduktion bis dahin um zehn Prozent pro Kopf reduziert werden. Der anfallende Abfall soll bis zum Jahr 2045 sogar um 20 Prozent pro Kopf gegenüber dem Wert aus dem Jahr 2020 gesenkt werden. 

Für die Klimaziele hilft Carbonbeton als ressourcenschonender Baustoff

Um diese Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, ist laut C3Verband (Carbon Concrete Composite) der Carbonbeton mit seinem geschlossenen Kreislauf der einzige gangbare Weg. Die großen Vorteile von Carbonbeton liegen im geringeren Materialverbrauch im Neubau. Demnach sind für die Carbonbetonbauweise rund 80 Prozent weniger Ressourcen gegenüber der Stahlbetonbauweise erforderlich. Zusätzlich wird auch der CO2-Ausstoß um 50 Prozent reduziert. Zudem hat Carbonbeton eine Lebensdauer von rund 200 Jahren und ist mit all diesen Eigenschaften geradezu konkurrenzlos gegenüber anderen Baustoffen. Ist die Nutzungszeit beendet, kann der Carbonbeton vollständig wieder aufbereitet und der stofflichen Verwertung zugeführt werden. Die Lebensdauer von bereits vorhandenen Gebäuden kann bei der Sanierung mit Carbonbeton, der wenige Zentimeter dünn ist, deren Lebensdauer in besonderem Maße steigern. Deutschland hat bereits die notwendigen Materialien, Lieferanten und Planer, die Carbonbeton produzieren können. 

Carbonbeton ermöglicht Klimaschutz und Wirtschaftswachstum

Wird die Bauweise mit Carbonbeton breit angewendet, können nicht nur die Klimaziele erreicht werden, sondern das führt auch zu einem Wirtschaftswachstum und zu einem Anstieg der Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene. Um diese Entwicklung zügig voranzutreiben, sind allerdings Programme nötig, wie das aktuell pausierte Technologietransfer Programm Leichtbau (TTP LB).

Kommentare

4.3 9 Bewertungen
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtigen bei
6 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet

Das könnte die Zukunft sein

Was ist mit der Carbonfaser beim Recylen ? Wie früher die Asbestfaser !

Genau so ist das. Stichwort Graphogen. Extrem gefährlich diese Faser, wenn diese in die Umwelt freigesetzt und in den menschlichen Körper gelangt.

Zuletzt bearbeitet am 1 Jahr vor von Jörg Schubbert

Graphenoxid heißt das Material auch. Ist ähnlich schädlich wie Asbest.

Gute Möglichkeit zum Klimaschutz. Neben Konzepten wie z.B. „from cradle to cradle“. Aber gegen alles gibt’s ja schon wieder Gegenwind von den Ewig-Gestrigen die alles neue und ökologische als unsinning und/oder „Bürokratiemonster“ geißeln.

Das klingt sehr interessant. Das in Verbindung mit Fensterprofilen aus Fiberglass kann die Nachhaltigkeit noch weiter steigern.
www.boavistawindows.com

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse Übersicht 2026

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2026 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.