Kurz vor knapp: Endlich neuer Tariflohn im Malerhandwerk

Kurz vor knapp Endlich neuer Tariflohn im Malerhandwerk
Foto: Roland Riethmüller

Für die Beschäftigten im Malerhandwerk konnte nun doch noch eine Einigung im Streit um den Tariflohn erzielt werden. Auch für die Auszubildenden gibt es gute Nachrichten, denn sie erhalten ab dem kommenden Jahr ebenfalls mehr Geld. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis September 2024. Eine Einigung konnte außerdem beim Mindestlohn erzielt werden. Die Bundesfachgruppe und die Gewerkschaft haben dem Ergebnis bereits zugestimmt.

Die 150.000 Maler und Lackierer können sich freuen. Im Tarifstreit wurde endlich eine Einigung erzielt. Ebenfalls freuen dürfen sich die 20.000 Auszubildenden, die gleichfalls mehr Lohn erhalten. Ab 1. Januar 2023 steigen die Löhne im Westen um fünf Prozent, ein Jahr später gibt es nochmal 2,6 Prozent dazu. Die Beschäftigten im Osten erhalten dieselben Löhne, allerdings bekommen sie zusätzlich noch zehn Cent dazu. Zudem gibt es eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 600 Euro, die steuer- und sozialversicherungsfrei ist. Die Auszubildenden im Malerhandwerk erhalten ebenfalls mehr Tariflohn: jeweils zum 1. August erhalten sie um 30 Euro im ersten Jahr und um 35 Euro im zweiten und dritten Lehrjahr. Darüber hinaus bekommen sie eine Inflationsprämie in Höhe von 180 Euro.

Harte Tarifverhandlungen mit erfreulicher Einigung

Der ausgehandelte Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 30. September 2024. „Das waren wirklich lange, schwierige und äußerst zähe Verhandlungen”, erklärt Carsten Burckhardt, Verhandlungsführer und Mitglied im Bundesvorstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). “Ich bin aber sehr froh, dass die Vertreter*innen des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz kurz vor knapp doch noch zur Vernunft gekommen und sich ihrer Verantwortung für die Beschäftigten und die Branche insgesamt bewusst geworden sind.“ Besonders erfreut ist Burckhardt über den Abschluss für die Ost-Mitarbeiter. Man sei zwar immer noch 2,3 Prozentpunkte unter den Westlöhnen, doch bei den nächsten Verhandlungen würde es sicher einen gemeinsamen Lohn für alle in West und Ost geben.

Neuer Tariflohn und Branchenmindestlohn im Malerhandwerk

Auch beim Branchenmindestlohn im Malerhandwerk konnte eine Einigung erzielt werden. So erhalten die Gesellen ab 1. April 2023 pro Stunde 70 Cent mehr Lohn und kommen somit auf 14,50 Euro. Ein Jahr später erfolgt eine Steigerung auf 15 Euro. Helferinnen und Helfer verdienen ab 1. April 2023 pro Stunde 12,50 Euro und im darauffolgenden Jahr 13 Euro. Laut Burckhardt würde der neue Abschluss dem Dumpingwettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten entgegenwirken. Denn nur durch Branchenmindestlöhne könnten Fachkräfte gehalten oder hinzugewonnen werden. Dies wünsche man sich auch für das Bauhauptgewerbe, denn hier gibt es seit Februar keine Branchenmindestlöhne mehr.

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Tariflohn Malerhandwerk

Um wirklich Fachkräfte zu binden oder in das Unternehmen zu holen ist das noch immer zu wenig!600€ Inflationsausgleich?In anderen Branchen gibt es 3000€!Und das ganze Umfeld muß neu gedacht werden!Bis 67 das Butterbrot in der Frühstückspause auf dem Eimer essen?!Teilweise keine Möglichkeit sich die Hände ordentlich zu waschen,geschweige denn ein ordentliches WC!Da ist noch viel Luft nach oben,das Handwerk bewegt sich oft noch im Mittelalter!

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