Nachfolger im Handwerk: Suche bleibt größte Herausforderung

Nachfolger im Handwerk: Suche bleibt größte Herausforderung
Foto: Roland Riethmüller

Innerhalb der nächsten fünf Jahre beabsichtigen besonders viele Handwerksbetriebe, die Firma an einen Nachfolger zu übergeben oder gar zu schließen. Das ergab eine aktuelle Umfrage in Baden-Württemberg. Bei rund 9.000 Betrieben ist eine Nachfolgeregelung sogar innerhalb der nächsten zwei Jahre in Planung. Dabei benötigen die Nachfolger Unterstützung. Zusätzlich ist es schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden.

Eine aktuelle Umfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) ergab, dass bei rund 23.000 Handwerksbetrieben eine Übergabe oder Schließung geplant sei. Bei rund 9.000 Betrieben ist das sogar schon innerhalb der kommenden zwei Jahre vorgesehen. Durch die Coronakrise haben die Betriebe teilweise jedoch wirtschaftlich stark gelitten, was die Suche nach einem Nachfolger nicht gerade erleichtert. “Einst solide Übernahmekandidaten haben teilweise hohe Verbindlichkeiten aufgebaut”, erklärt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold besorgt. “Das Handwerk braucht deshalb Maßnahmen, die die Attraktivität von Gründung und Nachfolge erhöhen.“ Rund 22 Prozent der Betriebsinhaber wollen ihren Betrieb in den nächsten fünf Jahre übergeben. Lediglich sieben Prozent wollen schließen. Dabei sind es vor allem die Kleinstbetriebe mit bis zu vier Beschäftigten, die den Geschäftsbetrieb aufgeben wollen. Dennoch wird eine Übernahme klar favorisiert.

Vielfältige Hürden bei der Suche nach einem Nachfolger

Doch die Suche nach einem Nachfolger bleibt die große Herausforderung. Rund 42 Prozent der befragten Betriebe teilen diese Ansicht. Etwa ein Drittel gaben an, dass steuerliche Gründe ein Problem bei der Übergabe seien. Der größte Wunsch ist, den Betrieb an Familienangehörige übergeben zu können. Das gaben rund 51 Prozent der Befragten an. Mit rund 28 Prozent ist sich jeder vierte Betrieb noch nicht sicher, wer Nachfolger werden soll.

Maßnahmen zur Förderung der Nachfolgeregelung

Um beide Seiten bei der Übergabe zu unterstützen, wird vom Handwerk gefordert, die Nachfolgemoderationen weiterhin zu fördern. So können die geplanten Übernahmen koordiniert werden. Die Handwerksbetriebe profitieren dabei von regionalen und überregionalen Netzwerken. Das Thema Meistergründungsprämie ist ebenfalls ein wichtiger Schritt in Richtung Nachfolgeregelung. Neue Betriebe könnten Schließungen von Betrieben auffangen, so Reichhold. Die Anfang 2020 beschlossene Meistergründungsprämie sollte unbedingt möglich gemacht werden. Diese Prämie könnte den Schritt in die Selbstständigkeit beschleunigen. Außerdem würde sie Investitionen fördern, die Kreditwürdigkeit von Existenzgründern erhöhen und die Einstellung von Beschäftigten und Auszubildenden beschleunigen. Um eine Nachfolge einfacher zu machen, sollte das Unternehmenssteuerrecht einfacher und weniger komplex gehalten werden.

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