Bezahlbarer Wohnraum bleibt Mangelware, während zahlreiche Bauprojekte an hohen Kosten und langwierigen Verfahren scheitern. Mit einem neuen Aktionsplan und 13 konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung, den Wohnungsbau wieder anzukurbeln und Investitionen zu erleichtern. Die Bauwirtschaft sieht darin wichtige Ansätze, fordert jedoch schnellere Entscheidungen und konkrete Maßnahmen, damit neue Wohnungen nicht nur geplant, sondern auch gebaut werden. Branchenvertreter begrüßen den Vorstoß, warnen jedoch vor Verzögerungen bei der Umsetzung. Ob der Aktionsplan die Wohnungsbaukrise tatsächlich entschärfen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Der Wohnungsbau steckt tief in der Krise, die Ausgangslage in der Bauwirtschaft bleibt angespannt. Hohe Baukosten gelten weiterhin als eines der größten Hemmnisse für den Wohnungsbau. Steigende Anforderungen, lange Genehmigungsverfahren und schwierige Finanzierungsbedingungen haben dazu geführt, dass viele Projekte verschoben oder ganz aufgegeben wurden. Mit einem neuen Aktionsplan möchte das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen die zentralen Kostentreiber adressieren und Investitionen in den Wohnungsbau erleichtern. Dabei setzt sich die Bundesregierung mit Nachdruck dafür ein, die Baukosten in Deutschland zu senken und damit den stockenden Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt hat Bundesbauministerin Verena Hubertz einen Aktionsplan mit 13 Maßnahmen vorgestellt. Ziel ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, Investitionen attraktiver zu machen und mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Bauwirtschaft begrüßt den Vorstoß grundsätzlich, fordert jedoch deutlich schnellere und konkretere Maßnahmen, damit die Wirkung nicht erst in einigen Jahren spürbar wird.
Digitalisierung und schnellere Verfahren im Fokus
Zu den wichtigsten Vorhaben gehören die verbindliche Einführung des digitalen Bauantrags bis zum Jahr 2028, beschleunigte Planungsverfahren sowie Anreize für kürzere Bauzeiten. „Wenn wir im Wohnungsbau wirklich durchstarten wollen, müssen wir uns vom Ballast der zu hohen Baukosten befreien“, fordert Bundsbauministerin Verena Hubertz. „Und genau dazu dient der Aktionsplan zur Senkung der Baukosten mit insgesamt 13 verschiedenen Maßnahmen.“ Ferner setzt die Bundesregierung auf steuerliche Erleichterungen und die Mobilisierung privaten Kapitals. Dazu soll unter anderem ein Wohnungsbaumodul innerhalb des geplanten Deutschlandfonds beitragen. Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte umfangreiche Investitionen in den sozialen Wohnungsbau und die Städtebauförderung an.
Baugewerbe fordert für den Wohnungsbau schnell wirksame Impulse
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) bewertet die Richtung des Aktionsplans positiv, sieht jedoch erheblichen Nachbesserungsbedarf. „Viele Vorschläge des Aktionsplans gehen in die richtige Richtung, aber wir brauchen deutlich mehr Tempo und Ehrgeiz in der Umsetzung der Vorhaben, damit in dieser Legislaturperiode noch deutlich mehr Wohnungen gebaut werden. Die Zeit drängt!“, betont ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Besonders kritisch sieht die Branche die bislang fehlende Konkretisierung beim Gebäudetyp E, der kostengünstigeres Bauen ermöglichen soll. Auch bei der Förderung vermisst der Verband kurzfristig wirksame Maßnahmen. Nach Einschätzung des ZDB könnten allein über eine verlängerte und angepasste Förderung für den Effizienzhaus-55-Standard zehntausende zusätzliche Wohnungen aktiviert werden. Gleichzeitig verweist der Baugewerbeverband darauf, dass viele Bauunternehmen, Planungsbüros und Architekten derzeit freie Kapazitäten besitzen und Projekte kurzfristig umsetzen könnten.
Kreislaufwirtschaft soll Baukosten senken
Positiv bewertet die Bauwirtschaft die stärkere Berücksichtigung von Recyclingbaustoffen. Der rechtssichere Einsatz von RC-Materialien wird seit Jahren gefordert und könnte sowohl Ressourcen schonen als auch Baukosten reduzieren. Nach Ansicht des ZDB fehlen jedoch weiterhin die notwendigen rechtlichen Anpassungen, um dieses Potenzial umfassend zu nutzen. Ob der Aktionsplan tatsächlich zu einem spürbaren Aufschwung im Wohnungsbau führt, wird nun vor allem von der Geschwindigkeit der Umsetzung abhängen. Einigkeit besteht zwischen Politik und Baubranche zumindest in einem Punkt: Ohne niedrigere Baukosten wird sich die Wohnungsbaukrise kaum lösen lassen. Der Wohnungsbau bleibt damit nicht nur eine soziale Herausforderung, sondern auch ein wichtiger Hebel für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.


















ohne automatisierung der vorfertigung und roboterisierung der baustelle wird es keinen erschwinglichen verfügbaren und ausreichenden wohnraum geben. lösungen zur wohnungskrise siehe unter www.rod.de
Baukosten senken – Potenziale nutzen: ein Drittel Einsparung möglich
Die Initiative kostenreduziertes Bauen (Hamburg) hat in den drei Handlungsfeldern; Kostenreduzierende Baustandards, Optimierte Planung und Prozesse sowie Beschleunigte Verfahren Kosteneinsparpotenziale ermittelt, die es ermöglichen, Baukosten um bis zu 2.000 Euro brutto pro m² Wohnfläche zu senken.
https://www.bezahlbarbauen.hamburg/baukosten-senken-potenziale-nutzen-ein-drittel-einsparung-moeglich-1016028
Aber die Verbesserung bzw. Veränderung der Prozesse im Bauwesen wird schon seit Jahren eingefordert.
Geringe operative Leistungsfähigkeit und Produktivität. (McKinsey)
https://www.mckinsey.de/news/presse/infrastruktur-und-wohnen-deutsche-ausbauziele-in-gefahr
Geringer Wertschöpfungsgrad von ca.30% (Roland Berger)
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Exorbitante Fehlerquote (BauInfoConsult),
https://bauinfoconsult.de/presse-fehlerkosten-am-bau-in-2021-mit-rund-165-milliarden-immer-noch-zu-hoch/
also verbauter Schaden der wieder korrigiert werden muss.
(2020 ca.18,0 Milliarden Euro, 2021 ca.16,5 Milliarden Euro und 2022 ca.13,0 Milliarden Euro),
bauen billiger heißt lange nicht bauen schneller. das vergleicht des runde mit dem roten.